Taipei

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Sonntag, 27. Februar 2011

Gestern war ein besonders toller Tag für mich, der mir endlich mal wieder klarmachte, wieso ich eigentlich hier bin und dass nicht Alles was ich hier mache, so falsch ist.

Morgens fragte mich meine Gastmutter, ob ich mit ihrem Kollegen Mex in Taipeis Norden, die Gegend um Yehlu fahren wollte. Dieser wollte zwei Arbeitskollegen, die aus San Fransico dienstlich in Taiwan waren, an ihrem freien Tag Taiwan näher bringen.
Da ich nichts besseres zu tun hatte, oder eher gesagt wusste, dass ich sonst einen weiteren langweiligen Tag Zuhause verbracht hätte, stimmte ich natürlich gleich zu.

Also gings mit Mex, Spencer und Armando nach Yehliu.
Bereits auf der Autofahrt verstand ich mich super mit der Truppe. Alle waren sie alle total begeistert von meinem Austauschjahr und wollten ALLES wissen. Nach den ganzen negativen Sachen der letzten Zeit, tat mir das total gut mal wieder jemanden zu hören, der auch so von meinem Austausch begeistert ist, wie ich es bin.

Als erstes fuhren wir hier hin:

Auf diesem Berg umgab uns ein wunderschönes Panorama, wie man auf diesen Fotos sehen kann:



Wir bestiegen also bei schwülen 28 Grad (und das im Februar), den Berg wo uns oben der Tempel mitsamt einer rießen Glocke erwarteten.



Auf dieser Glocke sind alte chinesische Zeichen abgebildet. Diese sind aus der sogenannten "Bibel" des Bussishmus, wie mich Mex aufklärte. Dabei ist wichtig zu wissen, dass nicht nur außen Zeichen sind, sondern auch im inneren. Der äußere Teil steht für die positive Seite des Lebens. Die Innere für die negative. Das Yin und Yang ☯ (chin. 陰陽 / 阴阳, yīn yáng) des Lebens.

Natürlich war die große Glocke zu groß um sie zu leuten. Aber es gab ja zum Glück noch die kleine Version:


Hier sieht man Spencer und die kleine Version der Glocke.

das bin ich.

Anschließend gings dann hoch zum eigentlichen Kloster, wo Fotos aber nicht gestattet sind.
Wir sahen Menschen, die Frauen und Männer geteilt in absoluter Stille aßen. Das liegt daran, dass sie denken, dass man sein Essen achten sollte. Denn wenn man sich nicht voll aufs eigentliche Essen konzentriert, setzt kein Sättigungsgefühl ein und der Körper verdaut das Essen wesehntlich langsamer.

Der Tempel selber war wunderschön angelegt. Leider kann ich euch keine Fotos zeigen. Einen Spruch musste ich aber fotografieren:


Und hier das Rad der Zeit, dass für den Glauben des ewig währendem Lebens steht.


Anschließend sind wir dann zum besten Fisch Restaurant gegangen, wo ich jemals war. Man konnte sich sein Essen selber aussuchen. Das schmeckte wirklich hervorragend!

Ich hatte noch sehr viel Spaß mit den Herren und verbrachte wirklich einen lehrreichen und motivierenden Tag.

Abends gings dann sogar noch mitsamt meiner Gastfamilie in ein deutsches Restaurant.

Daily missunderstandings

Schon wieder ist viel zu viel Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal gepostet habe. Sorry dafür!
Wie ihr ja wisst bin ich hier mit vielen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Länder unterwegs. Da kommt es nun ab und zu schon mal vor, dass man sich missversteht.
Ein sehr witziges Missverständnis hatte ich vor kurzem mit einer befreundeten Französin. Dieses hier nun exklusiv niedergeschrieben :

Französin berichtet über einen gemeinsames Freund (K):
Französin: " You know K. went with a taiwanese girl to a restroom."
Ich (ein bisschen perplex): "Aha, are you sure that they went to a restroom?"
Französin: " Yeah, he beat her."
Ich (schockiert): " What? K. beat a girl in a Restroom?"
Französin: " Yes, he also paid for her. 700 Ntd!"
Ich jetzt wirklich schockiert gebe erstmal keine Antwort. Unser weiteres Gesrpäch wird durch das Treffen unserer Freunde unterbrochen.
Später spreche ich sie nochmal darauf an.
Ich: " Seriously? I wouldn't have thought that K. would beat a girl."
Französin schaut mich jetzt perplex an, sagt: " Beat? Nooo her meet that girl."
Ich (immernoch leicht verwirrt): " So he meet a taiwanese girl on the restroom?"
Französin: "No, no so you understand restroom?"
sie wiederholt ihre Aussage, was sich so ungefähr so anhört: "rrreeeestttttooooorrrooont"
Ich (kapiere jetzt und bin erleichtert): " OOOOHHHH! So he meet that girl in a restaurant and paid for her, that is really nice!"

Ihr seht also, selbst wenn man die gleiche Sprache spricht, in diesem Fall Englisch, können Missverständnisse auftreten.
Das also zum Thema Sprachen ;)

Freitag, 11. Februar 2011

Rotary eastern Taiwan Culture Trip

Meine Situation hat sich ein wenig entspannt, dass heißt für mich endlich mal Zeit zum bloggen.
Wie ihr ja vielleicht wisst, genieße ich momentan meine ersten Ferien hier in Taiwan. Freie Zeit wäre hier ja nichts ohne Rotary, also werde ich in dem folgenden über unseren Kulturtrip in den Osten von Taiwan berichten.

Am 26ten Januar wurde sich früh morgens um 7 Uhr getroffen und zusammen mit 49 weiteren Austauschschülern bestieg ich den Zug in Richtung Taiwans Osten.
Über den Osten von Taiwan hatte ich bisher nicht mehr als die Infos in den Magazinen gelesen. Als meine Gastmutter mich auf kaltes Wetter vorbereitete, packte ich natürlich nur die wärmsten Klamotten ein. Um so erstaunter war ich, als wir in Taitung ankamen und uns schönster Sonnenschein zusammen mit angenehmen 25 Grad empfing.
Unser erster Kulturschauplatz sollte der „Taimali Rotary brings hope Park“ sein. Dieses Hilfsprojekt umfasst 33 Häuser und tägliche Versrogung für die Flutopfer von 2004.
Mir selber war gar nicht bewusst, dass diese auch bis nach Taiwan ausgeartet war, aber der Umgebung konnte man die Auswirkungen noch ansehen.


Wir hatten unseren Spaß...

Anschließend ging es zu unserem Hotel, dem „Master Bear Resort“. Wir aßen zu Abend und hatten anschließend noch ein sehr umfassendes Programm. Als dieses beendet war, war noch genug Zeit um das schöne Wetter zu genießen und so gings um 10 Uhr Abends noch in den Pool schwimmen. Wie man auf den Bildern sehen kann, war das ein rießen Spaß.



Hier auch noch ein Bild von unserer Behausung

Am nächsten Tag wurde dann morgens von 9.30-10.30 ein Biking Trip unternommen wo wir, wie nicht anders zu erwarten, Fahrrad fuhren. Das war auch wirklich schön. Vorallem wegen der tollen Umgebung. Ich muss schon sagen, Raps und Sonnenblumen im Januar, dass gibt’s auch nur in Taiwan.


Dann gings zum Lunch in Hualien City. Anschließend gings dann zum berühmt berüchtigten Taroko National Park. Die Schlucht ist schon wirklich sehenswert. Wir besichtigten dann eine Tempelanlage die in den Berg gebaut war. Alleine um diese Anlage zu bauen starben 200 Menschen und um die 700 wurden verletzt.





Der dritte und letzte Tag unserer Tour war für mich der Beste. Wir fuhren zum „Hualien Farglory Ocean Park“. Zuerst schaute ich mir mit Allie (Australierin), Estelle und Xinxing (meine Gastschwester) die Seelöwen show an. Danach konnten wir sogar ein Foto zusammen mit ihnen machen.


Den restlichen Tag verbrachten wir dann noch mit der Delfinshow, dem Aquarium und den ganzen anderen Sehenswürdigkeiten.





Insgesamt fand ich die Tour sehr gelungen und würde euch sehr ans Herz legen, falls ihr mal in Taiwan seid, auf jeden Fall Hualien und Taitung zu besuchen.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Neues Jahr- neue Gastfamilie

Wie ihr ja wahrscheinlich wisst, wurde bei mir am 1 Januar die Familie gewechselt.
Über den Wechsel selbst war ich schon ein wenig besorgt, da ich zu meiner ersten Gastfamilie wirklich ein super Verhältnis hatte und mit meinem jetzigen Gastgroßvater schon einige weniger schöne Erfahrungen gemacht hatte.
Der Wechsel selbst war dann auch für mich sehr bewegend. Der Stress der letzten Wochen und die Angst vorm Neuen machte es nicht gerade einfach, aber meine lieber Gastoma und Gastschwester muntern mich schnell wieder auf.
Ich wohne jetzt bei der ***- Familie. Mein Gastgroßvater ist einer der Präsidenten meines Gastclubs und der Jugenddienstbeauftragte von meinem Distrikt 3580.
Er ist sich seiner Macht sehr wohl bewusst und vermittelt mir IMMER, dass ich eigentlich gar nicht gut genug bin um die Ehre zu haben bei ihm zu leben. Das geschieht durch Bloßstellung vor Anderen aber auch direkt, wenn er mir erzählt, wie wenig ich mich verbessert hätte usw.
Ich bin der Mensch der es immer allen recht machen will und ich lerne wirklich wie eine bescheuerte hier. Seine Kommentare und Art kränken mich sehr und zerren wirklich an meinem Selbstbewusstsein. Leider kann ich an der Situation nichts ändern, deswegen versuche ich es jetzt positiv zu sehen und es einfach als gutes Lernerlebnis zu sehen.

Meine Gastoma ist die Nettigkeit in Person. Sie ist wirklich ultra- lieb und die "Strahle- Frau" in der Familie. Sie ist immer ultra- besorgt um mich und möchte das immer alle glücklich sind. Sie liebt es Geld auszugeben und manchmal bringt sie damit Alle zum lachen. Letztlich zum Beispiel hat sie einen Mülleimer für 200 Euro gekauft, nur weil sie ihn gutaussehend fand.
Manchmal tut sie mir aber ein bisschen leid, dann zum Beispiel wenn sie den "Scherbenhaufen" den ihre Stieftochter oder ihr Mann angerichtet haben, wieder aufwischen muss.
Sie ist wirklich die Person in der Familie die für die Harmonie sorgt und ich bin wirklich dankbar sie zu haben und versuche sie glücklich zu machen, wann immer es geht.

Nun zu meiner Gastmutter. Mit ihr habe ich kein gutes Verhältnis. So geht es aber nicht nur mir sondern der ganzen Familie.
Es fängt schon bei den Kleinigkeiten an, ihre Stimme zum Beispiel ist immer total befehlshaberisch und gerne und oft schreit sie rum. Nicht nur ich habe Angst vor ihr, nein ich habe manchmal den Eindruck, dass selbst ihr eigener Mann nichts gegen sie sagt, weil er sie nicht verärgern will.
Sie verbietet mir alles. Zu Anfang sagte sie mir noch, ich dürfte meine Freunde nur Freitag und Samstags sehen. Die restlichen Tage wären für die Schule/lernen und Familienaktivitäten reserviert. Mit diesem anfänglichen Plan konnte ich mich doch sehr anfreunden. Da meine erste Gastfamilie nicht so viel Zeit hatte mir Dinge zu zeigen und ich mir mein Wochenendprogramm alleine organisieren musste, hatte ich darin eine tolle Chance gesehen mehr zu sehen.
Leider hat sich das nicht bewahrheitet. Fakt ist, dass ich NICHT mehr reiten gehen darf und meine Freunde NUR einmal im Monat sehen darf. Reiten darf ich auch nur noch einmal im Monat und auch nur, wenn eins meiner Familienmitglieder mitkommt.
Die sogenannten Familienaktivitäten stellten sich unter anderem als eine Office-Party (Feier ihrer Firma) raus, wo ich niemanden kannte und mich langweilte während alle anderen sich total betranken.
Unter der Woche nach der Schule muss ich sofort Nachhause und darf KEINEN Sport ausüben... ich soll doch lernen ;)
Seit gestern habe ich meine ersten Ferien hier. Drei Wochen wovon ich vom 26-28ten Januar einen Trip mit Rotary nach Hualien habe, auf den ich mich schon total freue.
Die restliche Zeit muss ich mit meiner Gastfamilie verbringen. Da die diese Woche noch arbeiten, darf ich mich Zuhause langweilen. Die Frage ob ich rausgehen darf, stelle ich schon gar nicht mehr aus Angst vor der Reaktion.
Wenn ich Glück habe kommt meine Oma heute früher Nachhause, sie erlaubt mir dann manchmal rauszugehen.
Wie ihr seht, ist das wirklich ein ganz anderes Leben als erwartet, aber bestimmt auch eins, dass mich für die Zukunft einiges lehrt.

Nun zu meinem Gastvater, zu dem ich wirklich nicht viel sagen kann. Er ist recht still und redet fast gar nicht mit mir. Wenn er mit mir redet, dann prinzipiell auf Englisch (da ist er der Einzige). Sogar wenn ich ihm auf Chinesisch antworte, redet er weiterhin Englisch mit mir. Er ist wie gesagt sehr still und wenn ich ihn sehe, verbringt er seine Zeit damit Gitarre zu spielen (melancholische Lieder) oder Fernzuschauen. Eigentlich denke ich, dass er eine sehr nette Persönlichkeit ist, ich kenne ihn einfach zu wenig. Vielleicht werde ich ihn in den Ferien noch ein wenig besser kennenlernen?!

Nun zu Xingxing. Sie ist meine kleine Gastschwester. Sie ist 15 Jahre alt, erstaunt mich aber immer wieder, da sie sich wesentlich älter verhält. Zu ihr habe ich einen super Draht. Ich kann mit ihr über fast alles reden und wenn immer ich wegen ihrer Mom traurig bin, tröstet sie mich. Ich habe wirklich das Gefühl von ihr verstanden zu werden und sie tut mir manchmal echt Leid. Sie wird hier nämlich so unter Druck gesetzt, dass sie manchmal richtige Angstzustände hat. Sie musste jetzt für die großen Finalexamen jeden Tag nach der Schule noch bis 12 Uhr Nachts lernen. Ich denke sie ist wirklich schlau, das merkt man an ihrer ganzen Personalität und doch erreicht sie in den Testen nur mittlere Ergebnisse, weil sie solche Angst davor hat.
Ich hoffe jetzt in den Ferien eine tolle Zeit mit ihr zu verbringen.

Zu unserem Haushalt hier gehört auch noch Enni. Sie ist Indonesierin und wohnt bei uns im Haus oder eher gesagt in unserem Apartment. Bis jetzt weiß ich nicht genau wo sie schläft, denn alle Schlafzimmer sind besetzt. Ich vermute dass sie im Fernsehzimmer auf dem Boden schläft, habe sie aber noch nicht gefragt.
Ich habe großen Respekt vor ihr. Sie arbeitet in hier um ihre Familie Zuhause zu unterstützen und ihrer kleinen Schwester eine gute Zukunft zu ermöglichen. Sie selber hat das Gymnasium beendet, ist also alles andere als dumm und spricht gutes Chinesisch und trotzdem war nicht genug Geld da und die Verantwortung liegt auf ihr, die Familie zu ernähren.
Sie ist wirklich die Beste. Den ganzen Tag verbringt sie putzend, kochend oder mit anderen gerade anstehenden Aufgaben. Wenn ich sie nach einem Schultag frage, wie ihr Tag war, sagt sie mir immer mit einem Lächeln im Gesicht "langweilig". Meine Gastmutter behandelt sie Tier ähnlich und lässt keine Kleinigkeit aus sie anzuschreien.
Ich habe einen großen Respekt vor ihr, denn trotz diesem eintönigen und manchmal herablassenden Lebens ist sie immer gut gelaunt und hilft mir wo sie nur kann.
Jetzt wo ich freie habe, helfe ich ihr auch oft und wo ich nur kann, denn ich bin ihr so dankbar für ihre Unterstützung.

Dann ist da noch unser „Tiger“, besser gesagt Hund. Fragt mich nicht, wieso man einen Hund Tiger nennt, aber vielleicht kommt das ein wenig seiner Personalität gleich.
In dieser Familie geht man nicht mit seinem Hund spazieren. Um sein Geschäft zu erledigen wird Ennis und mein Bad benutzt. Nicht etwa, dass man so etwas wie eine „Katzentoilette“ hätte, nein, da wird dann der Fußboden benutzt. Das ist immer besonders schön, wenn man morgens noch mit dem Schlaf in den Augen in sein Pipi tritt.
Durch zu geringe Bewegung hat er schon einen Tick entwickelt sich immer und überall die ganze Zeit zu jucken. Wenn jemand nur an der Tür klingelt, flippt er schon total aus.

Soweit zu meiner Familie.
Ich lebe jetzt wirklich sehr Zentral, was die MRT (Metro) kosten immens schrumpfen lässt. Ich kann morgens zur Schule laufen (30 Min.), was für mich wirklich eine sehr willkommene Abwechslung bildet.

Mit der Schule komme ich jetzt auch wieder viel besser klar. Nach mehreren Gesprächen, haben sie selber festgestellt, dass sie vielleicht nicht so geeignet für Austauschschüler sind. Nach den Ferien werden wir uns dann zusammensetzten und endlich einen angemessenen Stundenplan diskutieren. Ich hoffe, dass ich dann die Chance bekomme auch mal in höheren Jahrgängen mit in den Unterricht t zu gehen, damit ich wenigstens etwas von meinem Austauschjahr aus der schulischen Sicht mitnehme.

Der angestrebte extra Chinesisch Kurs kann jetzt leider nicht stattfinden. Ich werde mir also eine andere Möglichkeiten suchen müssen.

Insgesamt ist die Situation komplett anders, als ich sie mir vorgestellt hatte. Aber ich sehe die nächsten drei Monate in dieser Familie als gute Chance mein Chinesisch zu verbessern. Ich werde dann ja hoffentlich die letzten drei Monate weitere Zeit haben, mir sozial noch Kontakte zu finden.

Soweit so gut, der nächste Report wird dann über die Rotary Tour sein.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Weihnachten in Taiwan

So nun mal wieder einen Text von mir. Wie ihr euch vorstellen könnt, war auch ich in letzter Zeit sehr beschäftigt.
Ein kurzes Backup zu der letzten Zeit:
Ich bin nun schon vier Monate hier und mit der Kommunikation klappt es nach wie vor nur schleppend. Liegt wahrscheinlich daran, dass Chinesisch wirklich nicht so einfach zu lernen ist.
Rotary hier ist milde gesagt momentan meine größte Herrausforderung. Es gab einige Austauschschüler die ziemlichen Mist gebaut haben und seitdem herrscht hier Kontrollzwang. Jede Bewegung in der Öffentlichkeit wird protokolliert und Rotexer sind der verlängerte Überwachungsarm bis hinein in die Gastfamilien. Diese werde fast wöchentlich interviewt.
Sicherlich ist das nur zum eigenen Schutz gedacht, aber gerade ich als unbeteiligte fühöe mich davon imens eingeschränkt.

Ich lebe immernoch in meiner ersten Gastfamilie, die ich wirklich total liebe. Auch wenn sie super beschäftigt sind, bieten sie mir trotzdem ein Familienleben und heitern mich bei all dem Stress auf.
Ich werde jetzt nächsten Samstag am 1.01. in meine neue Familie wechseln. Vor dem Wechsel habe ich ehrlich gesagt ein wenig Angst, aber das wird schon werden.

Nun aber zum eigentlichen Thema:

Weihnachten in Taiwan

Vielfach wurde ich gefragt, wie und ob Taiwanesen Weihnachten denn überhaupt feiern. Nun hier die Antwort, von dem was ich erlebt habe.

Im vorhinein gab es genauso wie in Deutschland einen rießen Rummel. Das heißt super viele Weihnachtsveranstaltungen. Wenn Weihnachten in Taiwan gefeiert wird, dann nur unter kommerziellen und touristischen Gesichtspunkten, denn in Taiwan leben überwiegend Buddhisten.

Die Geschäfte werden dort genauso wie in Europa dekoriert und geschmückt, denn trotzdem ist Weihnachten sehr wichtig, denn die Taiwaner möchten auch westlich orientiert sein.
Weihnachten selber ist bei ihnen aber nicht als Feiertag/freier Tag angesehen. Ich musste am 24ten Dezember morgens in die Schule gehen. Dort hatte ich dann eher das Gefühl an einem Valentinstag zu sein. Schülerinnen tauschten sich untereinander kleine Kärtchen aus in denen sie sich gegenseitig ein frohes Weihnachten wünschten.
Ich selber hatte natürlich typisch deutsche Weihnachtssüßigkeiten dabei und verteilte diese.
Als ich Klassenkameraden fragte, ob sie denn etwas besonderes für Weihnachten machen würden, wurde mir mit "Nein" geantwortet. Nach der Schule führte mich meine Familie dann zum Dinner aus. Sie hatten mir im vorhinein nicht gesagt, wo es hingehen sollte. Umso erstaunter war ich dann als ich im Hilton Hotel zu Abend aß. Das Essen selber war super lecker, nur fühlte ich mich in so reichem Umfeld nicht so wohl.
Ich weiß nicht ob das typisch ist, aber in Deutschland bin ich es gewohnt die Weihnachtsfeiertage mit der Familie gemütlich Zuhause zu verbringen.
Dementsprechend war das mal eine ganz andere Erfahrung.
Anschließend ging es dann mit Estelle in die Holy Family Church oder eben 天主教聖家堂.
Dort wollten wir an einem englisch sprachigen Weihnachtsgottesdienst teilnehmen. Nach anfänglichen Ortungsschwierigkeiten, verbrachten wir dort dann eine schöne Messe und anschließend ging es zu Estelle Nachhause.
Wir Mädels hatten uns vorgenommen Weihnachtsfilme zu gucken um doch noch ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu kommen.
Leider machte uns dann das taiwanesische Fernsehen einen Strich durch die Rechnung, denn selbst in den englischsprachigen Sendern liefen nur Kriegsfilme.
Dann entschieden wir uns dafür noch Spekulatius Kekse aus Deutschland zu essen.

Im Vergleich hatte der 24te und die beiden darauffolgenden Tage also nicht wirklich mit Weihnachten zu tun und das Weihnachtsfeeling blieb aus. Dafür bin ich jetzt um einige Erfahrungen reicher und hatte eine tolle Zeit mit Freunden.

Sonntag, 12. Dezember 2010

真的嗎?- Ein echtes Pferd?

Jetzt ist schon wieder ein wenig Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal gepost habe. Wie ich euch schon berichtet hatte, ist jetzt wirklich super viel los und ich bin, wenn ich abends Nachhause komme, einfach viel zu müde als das ich noch Posten könnte.
Was es so zu berichten gibt? Nun mit dem Chinesisch lernen geht es ganz gut voran. Ich habe gute Punktzahlen in meinen Tests und habe sogar ein Zertifikat für den meisten Fortschritt bekommen, trotzdem möchte ich mehr lernen.
Zum Glück geht es nicht nur mir so und so werden wir nun ab Januar nochmal so 8- 10 extra Stunden in der Woche haben.
Mittlerweile verstehe ich schon viele Wörter in einem Satz nur manchmal eben nicht die genaue Bedeutung des Satzes. Ich kann mich auch schon ausdrücken, nur wird das manchmal nicht verstanden wegen der inkorrekten Aussprache.
Also in Sachen Sprache lernen bin ich ganz zufrieden.

Nun will ich euch aber von interessanteren Dingen berichten. Gestern war der 113 Geburtstag meiner Schule. Hierfür mussten wir vier Austauschschülerinnen (Arantxa, Effi, Estelle und Ich) mitsamt der gesamten Schülerschaft von ca. 3000 Mädels schon ab 7.50 auf der Matte stehen. Wir Austauschschüler natürlich mit passenden Länderkostümen.

Alle Klassen des zweiten Jahrgangs mussten auf dem Sportfeld aufmarschieren und eine kleine Show vorführen, die ihre Klasse repräsentieren sollten. Viele tanzten zu Musik. Auf dem Rasen im Hintergrund saß die ganze erste Jahrgangsstufe und schaute ihnen dabei zu.
Außerdem Zuschauer waren wichtige Politiker und der Bürgermeister von Taipei. Dementsprechend wurde unsere ganzen Darbietungen von einem groß Aufgebot der Presse festgehalten.
Wir schauten uns munter die wirklich guten Darbietungen an, als unsere Schulbeauftragte Christy kam und meinte, Mädels ihr seid als nächstes dran.
Wir vielen aus allen Wolken. Keiner hatte uns im Vorhinein gesagt, dass auch wir aufmarschieren sollten und dementsprechend hatten wir auch gar nichts vorbereitet.
Das stellte sich dann aber als gar kein Problem raus. Wir liefen einfach munter hintereinander her und alle brachen in rießen Jubel aus. Das war wirklich Gefühl was man in so einem Moment hat, ist wirklich unvergesslich toll! :)


Nachdem wir unsere Darbietung beendet hatten, waren die ersten Jahrgänge dran. Ca. 1000 Mädels tanzten also nun auf dem Sportfeld den Aerobictanz, mit dem sie auch schon einen Wettbewerb hatten.
Anschließend gingen wir zu den Ständen. Jede Klasse des ersten und zweiten Jahrgangs hatte einen Stand, wo er Essen und Trinken verkaufen konnte.
Die Stände selber waren super dekoriert. Der Stand meiner Klasse war ganz besonders schön. Sie hatten eine rießen Deutschlandfahne hängen. Außerdem hatte jede Klasse ihr eigenes Klassen T-shirt an. Hier ist das meiner Klasse:

Den ganzen Vormittag verbrachte ich also damit mir alles anzuschauen und geschätzte 100 Mal für Fotos zu posen. Wir Austauschschüler waren mal wieder die Attraktion überhaupt.
Am Nachmittag kam dann meine taiwanesische Freundin Alice mit ihrem Freund Kyle. Mit denen schaute ich mir dann noch die Konzerte an.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass mich dieser Schulgeburtstag wirklich sehr begeistert hat. Man hat einfach viel mehr diesen Zusammenhalt gespürt. Alles war bestens organisiert und ich war wirklich stolz ein Teil dieser Schule zu sein. In Deutschland hatte ich bei unseren Schulfesten nie diesen tollen Eindruck. Also wenn ich mal in Taiwan seid, geht auf jeden Fall auf einen Schulgeburtstag!

Nachdem dann um 15 Uhr das Hauptprogramm zu Ende war, gings für Alice, Kyle, Arantxa, Effi und mich nach Ximen. Wir alle hatten weder ein Frühstück noch ein Mittagessen gehabt und starben fast vor Hunger und Müdigkeit.

Ich verbrachte noch ein wenig Zeit mit ihnen und dann gings für mich nach Bali, Danshui.
Ich weiß nicht ob ich es schon erwähnt hatte, aber als ich letztens in einem Reitstall war, weil ich die Pferde so vermisse (Zuhause habe ich mein eigenes Pferd und verbringe fast täglich Zeit mit ihm), traf ich einen netten Taiwanesen der mich einlud auf seinem Pferden zu reiten.
Dieser Taiwanese ist Johnny. Er hat in New York studiert, dementsprechend ist sein Englisch wirklich ausgesprochen gut. Er hat mit seiner Familie zusammen zwei Pferde. Magic und Prince, beide Schimmel (weiß).
Nun werde ich jedes Wochenende aufs neue zum reiten eingeladen. Ich genieße die Zeit mit dieser wunderbaren Familie wirklich sehr. Sie sind super offen und geben mir das Gefühl ein Teil ihrer Familie zu sein.
Johnny holte mich als in Ximen ab und wir fuhren zusammen mit seinem jüngeren Bruder Kenny zum Stall. Es war Bonny's (Johnnys jüngere Schwester) Geburtstag und ich war eingeladen.

Ich selbst hatte Bonny als einzige aus der Familie noch nicht kennengelernt. Um so glücklicher war ich, als ich zur Begrüßung erstmal von ihr in den Arm genommen wurde. Das ist hier nämlich nicht typisch.
Ich wurde dann auch gleich ihren Freundinnen vorgestellt, mit denen ich mich auch allen gleich super verstand. Die Mädels waren so um die 20 Jahre alt, waren aber vom Verhalten her eher mein Alter. Taiwanesen sind im Vergleich zu uns Deutschen vom Kopf her immer jünger. Das liegt daran, dass sie so viel lernen müssen und dementsprechend nicht so viel sozialen Kontakt haben wie wir.
Manchmal ist ihr Verhalten dann auch total komisch. Zum Beispiel wissen sie manchmal gar nicht mit Tieren umzugehen.
Mit den Mädels hatte ich aber super viel Spaß!
Dann wurde ich von dem Vater wieder zum reiten eingeladen. Ich durfte mit Magic auf dem außen Platz springen.
Nun komme ich aber zum Hauptpart, der auch wieder meinen Titel beschreibt.
Nach dem Reiten, schnappten wir uns also die Pferde und es ging zur Uferseite von Danshui. Ihr müsst euch das so vorstellen, dass man dort praktisch noch in der Stadt ist. Man sieht den Taipei 101 und es ist wirklich ein wunderschöner Ort.
Als wir mit den Pferden im Anhang so durch die Straßen zum Ufer maskierten, war das natürlich die Attraktion überhaupt.
Für mich ist es normal, Pferde im täglichen Leben zu sehen. Bisher ging ich davon aus, das es für Taiwanesen auch so ist. Die Erfahrung gestern zeigt mir aber das es nicht natürlich für sie ist.
Nein, im Gegenteil. Wir waren mit den Pferden die Attraktion überhaupt. Schnell hatte sich eine rießen Gruppe von Menschen um uns versammelt, die Fotos machten und die Pferde auch mal anfassen wollten. Ich war echt froh als wir dann irgendwann weitergingen, denn das wurde den Pferden wirklich ein bisschen zu viel.
Am Ufer angekommen, ließen wir sie dann graßen und genossen den wunderbaren Ausblick auf eine Großstadt by night.



Auf unserem Rückweg begegneten wir einen kleinen Jungen, der so überwältigt von dem Anblick von den Pferden war, dass er laut ausrief: 真的嗎 „Zhende ma!“- Was so viel bedeutet wie: „Ein echtes Pferd!“
Seine Augen war so weit geöffnet und sein Mund vor erstaunen auch. Sein Anblick war für mich zunächst unverständlich, weil ich es ja wie gesagt gewöhnt bin Pferde zu sehen.
Als ich dann aber verstand, dass Pferde hier nicht so alltäglich sind wie bei uns in Deutschland, freute ich mich richtig und war richtig stolz :)
Ihr seht also, was uns so alltäglich erscheint, ist in anderen Kulturen/ Ländern manchmal etwas ganz besonderes.

Und so beende ich meinen Post für heute.
Habt eine schöne und hoffentlich entspannte Vorweihnachtszeit!

Montag, 29. November 2010

Weihnachtsmarkt bei 25Grad und Sonne? Das und mehr gibts in Taiwan

Samstag war ich an der Europaschule in Taipei auf dem Weihnachtsmarkt und das bei 25 Grad und herrlichsten Sonnenschein.

Und das mit Derrick (amerikanischen Griechischen), Johannes (Praktikant aus Deutschland)und einem Haufen taiwanesischen Schülern.

To be continued...