Ich werde sobald das Bild beendet ist mal ein Bild einstellen und euch mal zeigen wie schlecht meine Malkunst im Vergleich zu der, der Knirpsen ist!
Als ich dann widerwillig den Pinsel zur Seite legen musste, widerwillig deshalb weil ich so begeistert war von den ungeahnten Fähigkeiten, machten wir uns auf den Weg um mir ein Bankkonto zu eröffnen.
In der Bank angekommen kamen gleich 3(!!!) Bankangestellte angerannt um mir dabei zuzugucken wie ich Unterlagen unterschrieb. Ich war wirklich sehr erfreut als eine am Ende Dankeschön sagte! Das Wort hatte sie irgendwo mal aufgeschnappt. Die Anderen mit samt meiner Gastma waren so begeistert, dass ich ihnen dann erstmal das Zählen von 1-5 beibringen musste. Das hörte sich bei ihnen in etwa so an: „eisss, tzwuei, thchrei, via, pfüntf“. Ich war trotzdem sehr angetan von ihren Künsten und versicherte ihnen wie „hen hao“ sie das doch gemacht hatten. Daraufhin wollte eine dann gleich ein Foto von mir haben. Also schön gelächelt und Hände zum Peace gestreckt ->Standard hier.
Danach wurde dann wieder losgefahren und in einem Hotel gehalten. Als wir dann aber nicht wie von mir erwartet nach einigerzeit das Hotel wieder verließen fragte ich erneut, was wir denn nun machen würden. Da stellte sich raus dass, das angesprochene „Welcome Dinner“ mit der zweiten Gastfamilie ein Rotary Meeting sei. Ich war natürlich total entsetzt, da wir in Deutschland ja einen gewissen Dresscode einhalten müssen und ich eine kurze Hose und ein Top nicht dementsprechend fand, aber meine Gastma versicherte mir, dass Alles gut sei (also ich glaube dass sie das machte, so ganz verstehe ich Chinesisch halt doch nicht ;P). Langsam trafen dann nach und nach die anderen Rotarier ein und ich musste sie alle mit einem davor einstudierten „zhouzhou hao“, was so viel heißt wie Hallo Onkel und einem „yi ai hao“ was halle Tante heißt, begrüßen. Sie wiederum waren wieder hin und weg und als ich mich dann noch mit meinem Namen und meiner Herkunft vorstellte war es um sie geschehen. Daraufhin wurde sich dann fast geprügelt wer denn nun mit mir an den Tisch sitzen durfte. Ich war wirklich erleichtert als Howard, ein Taiwanese in meinem Alter aber einen Kopf kleiner, neben mir saß. Trotzdem wurde weiterhin in einer unvergleichlichen Lautstärke auf mich ein gebrüllt und alle waren hoch interessiert an mir. Außer mir ist noch ein Mädchen aus Alaska in meinem Club, da sie aber total ungesprächig war, musste ich herhalten. Mir wurde dann haufenweise Essen auf den Teller geschifft und als ich die Stäbchen dann schon zum zweiten Mal runter schmiss (aus versehen oder auch Ungeschick) war keiner sauer, nein mir wurden neue geholt und versichert wie „hen hao“ ich doch schon mit Stäbchen Essen könnte.
Einfach unglaublich!
Wie schon erwähnt sollte ich ja auch meine zweite und dritte Gastfamilie treffen. An meinem Tisch saßen also mehrere Familien und die, die sich als meine zweite und dritte Gastfamilien vorstellten waren auch allesamt super nett. Ab Januar werde ich in einer Familie mit einer 13 Jährigen Gastschwester wohnen, die auf mich einen super tollen Eindruck macht. Gegen Ende dann bei Paul Yue der einfach die Witzigkeit in Person ist. Ich bin echt happy wie offen die Taiwanesen sind und ihr Humor ist einfach unverbesserlich.
Wie bei einer jeden Willkommenszeremonie musste ich auch irgendwann nach vorne und mich vorstellen. Mit meinen von Yutong so toll eingeübten Sätzen waren alle voll einverstanden und als Dank gab es ein Lied für mich. Das war wirklich zum totlachen witzig und überhaupt nicht förmlich! Ich bekam auch eine Torte die ich dann erstmal vor ca. 40 gezückten Kameras anschneiden musste. Danach war die Fotosession dann eröffnet und alle kamen zu mir um ein Bild mit mir zu machen. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie sehr das einem das Selbstbewusstsein hebt! :)
Als ich anschließend dann den Gang zu Toilette tätigte passierte mir etwas echt witziges. Auf dem Weg zurück sprach mich eine Frau an, ich glaube sie war vom Personal. Auch sie konnte brockenhaft Deutsch und versicherte mir wie bildhübsch die Deutschen doch seien. Sie umarmte mich (eigentlich haben die hier nicht viel Körperkontakt) und drückte mir ihre Visitenkarte in die Hand mit dem Kommentar, dass wenn immer ich in der Nähe sei und Hunger hätte ich zu ihr kommen sollte. Ich war total gerührt von ihrer Höflichkeit. Auf ein Mal kam eine Gruppe von Menschen aus dem Nebenraum, die auch ein Meeting gehabt hatten. Sie stellten sich um mich und sprachen in Chinesisch auf mich ein. Ich konnte nur „ Wo bu dung“->“ich verstehe nicht“ antworten, daraufhin wurde auf Englisch gefragt wo ich denn herkomme, ob ich Chinesisch sprechen könnte, wie denn meine Telefonnummer sei... der Eine bot mir sogar an mein chinesisch Lehrer zu sein, was ich aber alles Dankend ablehnte.
Ihr seht also ich genieße hier so ein bisschen den Status der Ausländerin. Alle sind super bemüht um mich und wenn ich sie auch noch mit dem RPS (Rotarien Permanent Smile) anlächle, dann kann man sie gar nicht mehr halten. Ich bin also immer wieder auf neue von der Gastfreundschaft überrascht und von den verborgenen Talenten die in jedem Einzelnen stecken!
Hier noch ein paar Fotos aus dem Flugzeug, Blick aus meinem Fenster, vom Wugu Berg und von unserem Haus:
Hier noch unser Innenleben:
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