Freitag hatte ich dann eine Krisensitzung mit den Deutschen und wir entschieden uns, dass wir momentan nicht gefährdet seien. Mittlerweile sind 10 meiner Freunde Nachhause gefahren. Viele waren hier aber nicht so glücklich und benutzen Japan als einen Grund Nachhause zu reisen.
Mit dem Gedanken jetzt schon Nachhause zu fahren, war ich todunglücklich. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass ich bleiben kann.
Hier also speziell an meine Eltern ein rießen Dankeschön.
Mama, Papa? Ich bedanke mich das ihr ein so großes Vertrauen in mich habt.
Nun gut, nun zum Lin- Garten. Dieses Anwesen umfasst ein Haupthaus und mehrere Nebenhäusern umgeben von einem wunderschönen Park. Man kann als Besucher umsonst reinkommen und ich sage euch, es ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Ich war mit Estelle, meiner lieblings Französin und meinen taiwanesischen Freunden Andy, Isaac und Alex unterwegs (bei den Namen, handelt es sich natürlich um die Englischen. Jeder Taiwanese besitzt einen englischen und einen chinesischen Namen).
Bei heißen 27 Grad erkundeten wir also den wunderschönen Garten. Hier mal ein kurzer Einschub:
Das Wetter hier ist richtig extrem. Einen Frühling gibt es nicht. Die Temperaturen schwanken täglich um die 10 Grad. So war es an diesem Tag 27 Grad am nächsten hatte es wieder nur 14 Grad. Das finde ich persönlich manchmal sehr anstrengend.
Hier seht ihr das Haupthaus und die außergewöhnlichen Fenster. Erklärung für die Form gibt es gleich.
Die besondere Form der Türen, Fenster und des ganzen Gartens hat etwas mit der Lehre der Kindererziehung in Taiwan zu tun. Durch verschlängelte Wege sollen die Kinder daran gehindert werden wild rumzutoben. Sie sollen gelehrt werden, dass sie jeden Weg bedacht beschreiten.
Im Leben ist nicht jeder Weg einfach und so sollen sie das hier lernen. Zum Teil sind die Wege im Garten nämlich wirklich tückisch und wenn man sich nicht voll auf sie konzentriert, kann es gerne mal vorkommen, dass man im Wasser landet.
Wie ihr auf dem einen Bild sehen könnt, stehen im ganzen Garten diese runden und eckigen Tore. Diese symbolisieren verschiedene Lebensabschnitte. Wenn man durch sie durch geht, sollte man möglichst nicht auf die Abtrennung selber treten. Dadurch würde man den natürlichen Fluss unterbrechen. Wie ihr seht, hatten wir sehr viel Spaß.
Da es natürlich viel zu langweilig wäre, wenn nur die Taiwanesen uns rumführen, kehrten wir den Spieß um. So wurden Estelle und ich dann zu taiwanesischen Touristenführern. So konnten wir unser Chinesisch weiter ausbauen und die Jungs hatten ihren Spaß damit uns zu berichtigen.
Anschließend ging es dann noch nach Xindian in ein deutsches Restaurant. Das war das erste deutsche Restaurant hier, wo mir das Essen geschmeckt hat und die Würstchen mal nicht süß waren. Estelle war auch sehr davon angetan :D
Im großen und ganzen war der Tag wunderbar für mich. Es ist unglaublich, dass sich Menschen so unterschiedlichen Kulturen doch so gut verstehen können. Meine Freunde hier sind einfach nur wunderbar und ich möchte sie unter keinen Umständen missen. Dieser kulturelle Austausch der hier stattfindet, ist sehr lehrreich und macht mir einen tierischen Spaß!
Endlich klappt es auch mit dem chinesisch reden. JUCHUUU :)
