Taipei

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Montag, 14. März 2011

Trip nach Natou

Das letzte Wochenende verbrachte ich mit meinem Rotary Club Bak- Hai in Nantou.
Bevor ich davon berichte, gehe ich aber erst auf die von allen gestellte Frage ein: "Inwieweit bin ich hier von den Geschehnissen in Japan betroffen".

Nun zunächst mal zur Vorgeschichte. Wie ihr wisst, ist Taiwan ein für Erdbeben und Taifune sehr anfälliges Land. In meinen sechs Monaten hier, habe ich schon mindestens 4 Erdbeben mitbekommen und 2 Taifune. Zum Glück ist dabei nie etwas passiert.
Als Freitag Mittag Estelle, die Französin die mit mir die gleiche Schule besucht, in mein Klassenzimmer gestürmt kam und aufgeregt meinte: "Fiona, Fiona im Radio haben sie gesagt, dass es gerade vor 10 Minuten ein Erdbeben in Japan gab." habe ich mir zunächst also nichts schlimmeres gedacht.
Unbetroffen war ich aber auch nicht und so gings dann ins Lehrerzimmer wo wir uns sätmliche Informationen im Radio und aus dem Internet anguckten.
Dort hieß es dann nach weiteren 30 Mintuen: Tsunami Warnung für Taiwan. Besonders betroffene Gebiete um Hualien.
Unsere Lehrer versicherten uns aber, dass nichts schlimmes zu erwarten sei und so gings Nachhause, wo die News geschaut wurden...

Als dann um 18.30 die sogenannte "Flutwelle" eintraf, gab es schnell Entwarnung, denn diese war nur 10 cm hoch, also kaum der Rede wert.

Soweit sind wir hier verschont geblieben, der Schock sitzt aber trotzdem dem.
Nun ist Taiwan wirklich sehr nahe an Japan dran, dementsprechend ist die Zahl der hier lebenden Japaner auch nicht gerade niedrig.
Wir alle sind hier super betroffen von den Geschehnissen und in gewisser Weise bekommmen wir es auch live zu spüren, wenn in etwa eine Japanerin in der MRT in Tränen ausbricht.

Ich glaube über die aktuelle Lage muss ich euch nicht berichten, die wechselt ja sowieso stündlich und die deutschen News sind auch immer up to date.
Unser momentanes Problem liegt in dem Nuklearen Atomkraftwerk. Sollten wir durch schlechten Wettereinfluss durch die Strahlung ernsthaft gefährdet sein, muss ich wohl die Konsequenzen daraus ziehen. Momentan denke ich aber positiv und möchte hier mein Beileid für alle Betroffenen ausdrücken. Es ist wirklich schrecklich, wie in so kurzer Zeit, so viel Leben zerstört werden kann.
Ich bete für Japan und hoffe, dass sich alles zum best Möglichen wendet.

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Nun aber zum eigentlichen Trip. Wie schon gesagt, fuhr ich mit meinem Rotary Club nach Nantou. Dort nahmen wir an einer Spendenaktion für Waisenkinder teil. Das beeinhaltete auch ein gemeinsames Mittagessen.

Ich muss sagen, dass ich im vorhinein ein wenig skeptisch war. Ich wusste einfach nicht recht einzuschätzen wie die Kinder auf uns reagieren würden.
Ich dachte vor meinem zusammen treffen mit ihnen, dass sie in irgendeiner Weise von ihrem Schicksal gezeichnet wären.

Das Treffen zeigte mit aber etwas komplett anderes. Zunächst etwas schüchtern, fragten sie uns über unsere Herkunft aus. Durch Schokolade, oder besser gesagt Schokoladen Fondue kamen wir uns aber näher und schnell wusste ich diese Kinder zu schätzen. Sie waren in einer Weise so glücklich über die einfachen Sachen im Leben. So zum Beispiel über unsere Anwesenheit und die Aufmerksamkeit die wir ihnen schenkten. Sehr berührt war ich von einem kleinen Mädchen und einem kleinen Jungen. Das Mädchen viel mir durch ihre besondere Augenform sofort auf. Diese waren richtig speziell und nicht typisch taiwanesisch. Sie war am Anfang total schüchtern und bei jedem Wort das ich mit ihr sprach, zuckte sie zusammen. Der kleine Junge bat ihr halt, in dem er neben ihr stand. Dieses Verhältnis der Beiden war für mich sehr beeindruckend. Es schien das normalste der Welt für ihn, sie zu ermutigen mit mit mir zu reden.

Im laufe der Zeit taute sie ein bisschen auf. Dann setzten wir uns zum Mittagessen. Leider waren die Beiden am anderen Ende des Raumes. Um so erstaunter war ich dann, als der kleine Junge um die 15 Mal an meinem Tisch vorbeikam um mir ein Lächeln zu schenken. Dieses einfache Lächeln erfüllte mich wirklich mit sehr viel Glück!
Nach dem Essen verbrachte ich dann wieder Zeit mit ihnen und siehe da, dass Mädchen hatte seine Scheu verloren und munter fragten sie mich alles, was in ihren Kopf kam.
Das kleine Mädchen sagte mir dann, dass ich ihre erste ausländische Freundin sei. Das war schon wirklich süß. Als es dann zu Fotos kam , klammerten sich dann schon beide an mich und bis zum Abschied wollten sie nicht mehr von meiner Seite weichen. Durch sie ermutigt kam dann auch der Rest der Kinder und ich hatte einen rießen Spaß damit, ihnen von Deutschland zu erzählen und mit ihnen rumzutollen.





Dieser Tag mit den Waisenkinder hat mich eine Menge gelehrt und ich muss wirklich sagen, dass es einer der Besten hier in Taiwan war.
Ich habe den Heimleiter gefragt, ob ich wieder kommen dürfte und er meinte bereitwillig, dass ich an einem Wochenende sie gerne besuchen dürfte.
Ich muss ehrlich sagen, dass kann ich gar nicht erwarten!

Mehr zu dem Trip erzähle ich euch in den nächsten Tagen, denn jetzt ist es schon spät und ich hundemüde!

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