Taipei

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Mittwoch, 15. September 2010

„I like to eat foreigners“

Der heutige Titel meines Blog Eintrags mag euch ganz schön englisch vorkommen. Ist er auch. Wieso in englisch meint ihr jetzt, wo ich doch deutsch bin? Weil Englisch neben Chinesisch hier meine zweite Hauptsprache ist.
Jetzt mögt ihr euch bestimmt fragen wieso ich den Satz: „Ich mag es Ausländer zu essen“ als so wichtig einschätze, dass ich ihn als Titel verwende. Ganz einfach deswegen, weil er für mich den Abschluss eines sehr abwechslungsreichen und vollbepackten Wochenendes bildet.
Jetzt werdet ihr euch fragen: Wieso spricht sie an einem Mittwoch vom Abschluss eines Wochenendes. Da gibt es eine simple Antwort drauf, weil alles bis heute noch Nachwirkungen vom Wochenende sind.
Bestimmt habe ich euch jetzt reichlich verwirrt und fange deswegen jetzt mal mit meinem Bericht über ein Wochenende an, dass so ganz anders war als meine typischen Wochenenden.
Zunächst war es in keinster Weise entspannend. Samstag Morgen musste ich schon um 7 Uhr aufstehen. Ich wollte mit meiner Gastschwester Rachel wieder zu ihrer Kunst Klasse gehen um mein Gemälde (Foto folgt) weiter zu malen.
Wie immer wurde auf dem Weg dahin bei einem Straßenstand halt gemacht und Frühstück geordert. Wie immer fragte Tina, meine Gastmutter mich was ich denn essen wolle und wie immer sagte ich Bouzi. Nicht etwa weil ich die kleinen Teigtaschen so gerne esse, nun ja ich esse sie wirklich sehr gerne. Nein viel mehr, weil ich einfach noch nicht mehr sagen kann. Wie immer versuchte Tina mir mit ihren wenigen Englischkenntnissen die Gerichte zu übersetzen und wie immer endete es darin dass ich lächelnd sagte sie solle doch entscheiden. Wie immer entschied sie sich für ein sehr leckeres Sandwich was ich auch wie immer mit Genuss aß. Um euch taiwanesisches Frühstück mal näher zu bringen, hier eine kleine Beschreibung: Das Frühstück in Taiwan ist viel deftiger als das, was ich von Deutschland gewöhnt bin. Es ist ganz normal zum Frühstück schon ganze Gerichte wie Nudeln, Dumplings oder Bouzi zu essen. Des weiteren kann man aber auch alle Arten von Burgern oder Suppen bestellen. Ich kann mir dieses deftige Essen am frühen Morgen nur durch das heiße Wetter erklären. Morgens ist es logischerweise noch nicht so heiß und da ist man dann solche Sachen. Mittags und Abends wird dann Reis gegessen.
Da ich es nicht gewöhnt bin morgens so viel und so deftig zu essen, habe ich mir jetzt einfach normales Brot, sofern dass hier eben „normal“ ist, gekauft und esse das dann. Die Sandwich kommen bei mir dann zu Mittag, was von Mitschülern und Taiwanesen dann skeptisch beäugt wird und Kommentare gemacht werden wie: „ Das ist doch Essen was man zum Frühstück isst und nicht zu Mittag.“
Wie ihr seht ist hier alles anders und ich werde demnächst mal einen Artikel schreiben speziell übers Essen.
Nun gut gehen wir also weiter in der Erzählung. Nach dem Frühstück gings dann zu Kunst Klasse wo Rachel, meine kleine Gastschwester mal wieder einen ihrer berühmten Anfälle hatte. Die äußern sich insofern, dass sie mich auf ein Mal total ignoriert und das wirklich in einer Weise dass ich schon sehr an mich halten muss um vor Wut nicht zu zerplatzen. :D Haha ich lerne mit ihr wirklich Geduld zu haben. Da sie auf meine Frage nach Hilfe mich einzuweisen wo denn alles sei nicht reagierte machte ich mich eben selber auf den Weg und fragte einen anderen Knirps. Der war trotz seines jungen Alters, geschätzte 9Jahre, aber wesentlich hilfsbereiter und half mir alles zu finden. Gut gestimmt setzte ich mich also an mein Bild und fing an weiter daran zu malen. Ab und zu kam dann die Zeichen Lehrerin und erzählte mir auf chinesisch was ich doch verbessern könnte. Ich verstand zwar die Worte nicht, aber was sie mir sagen wollte verstand ich trotzdem sehr gut. Ich muss sagen ich hatte noch nie eine solch gute Einweisung wie ich ein Bild am Besten malen sollte und dass dann auch noch ohne die Sprache zu verstehen.
Nun gut, also wie ihr seht macht es mir einen rießen Spaß unter lauter Knirpsen zu malen. Die sind natürlich alle viel geübter als ich, aber wen stört es so lange ich malen kann und so gut unterrichtet werde.
Als die zwei Stunden intensiven Malens dann zu Ende waren musste ich mit Rachel via Bus zu einer Stelle fahren wo wir Tina wieder treffen sollten. Ich kann euch sagen es macht einen heiden Spaß hinter einer pubertierend, schmollenden, dich nicht beachtenden 11 Jährigen hinterherzulaufen. Und irgendwie fand ich es in einer Weise so witzig dass ich ein fettes Grinsen aufsetzte. Das ermunterte dann auch eine ältere Frau im Bus mich gleich wieder auf meine Schule anzusprechen. Mein Schulzeichen ist nämlich fett auf meine Tasche gedruckt. Sie war so begeistert dass ich auf eine so gute Schule gehe und brachte das mit sämtlichen mir nicht bekannten chinesischen Wörtern zum Ausdruck. Ich verstand mal wieder gar nichts, aber schon daran gewöhnt grinste ich einfach und wiederholte den Namen meiner Schule den sie im „Gespräch“ (wenn man dass so nennen kann) mindestens 5 Mal wiederholte. Das war ein Spaß sag ich euch und endlich konnte Rachel mich nicht weiter ignorieren denn sie musste mir ja sagen, dass ich aussteigen sollte.

Erstmal ausgestiegen trafen wir dann Tina. Wir gingen zu Rachels Schule, da es dort einen Elternsprechtag gab. Als ich das Schulgelände betrat fühlte ich mich erstmal ein wenig fehl am Platz. Viele kleine Kinder starrten mich mit rießen Augen an. Ich versuchte möglichst unauffällig Tina und Rachel zu folgen. Aber leider falle ich alleine wegen meiner Größe schon auf.
Vorm Klassenzimmer angekommen erwartete uns dann Rachels Klassenlehrerin. Die war wieder total von der sogenannten Ausländerin, mir, begeistert und fragte mich nach einem Foto. Also mal wieder in Pose gestellt und gelächelt. Ich glaube ich lächle hier 15 Stunden am Tag. :)
Danach wollte ich mich mit anderen Austauschschülern an der Taipei City Hall Station treffen um dann gemeinsam den Taipei 101, das zweithöchste Gebäude der Welt, zu besuchen. Leider hatte Tina das mit der Zeit nicht ganz verstanden und entließ mich nach dem Lunch (das arme Kind, in dem Fall ich, soll ja nicht verhungern) viel zu spät in die MRT. Als ich an der Taipei City Hall ankam, waren die anderen Austauschschüler schon seid einer guten halben Stunde im Taipei 101. Jetzt hieß es Entdeckerin spielen und sich durch gezieltes nach oben gucken einen weg zum Taipei 101 zu schauen. Irgendwie schaffte ich dass dann auch und nach ca. 15 Minuten Fußmarsch (ich bin mindestens einmal falsch abgebogen), stand ich vor ihm. Ich war begeistert von der Größe und der Erscheinung. Gleichzeitig aber auch verloren, denn es so nahe vor mir erschien er mir dann doch sehr groß und er hatte auch noch mehr als einen Eingang. Also wurde dass Handy gezückt und Samanta, eine mexikanische Amerikanerin, angerufen. Sie versprach mich am Eingang abzuholen. Dumm nur, dass der Tower geschätzte 5 Eingänge hatte. Nach mehreren Anrufen traf ich sie dann aber endlich beim „Love“- Schild und betrat mit ihr das rießen Ding.
Zunächst ging es nicht wie erwartet nach oben, sondern nach unten. Dort warteten Sammy, einer unserer 7 Schwulen Jungen (ja hier sind sie so was von offen mit Homosexuellen), Daniek (meine spezielle kanadische Freundin), ihr Gastbruder Tylor, Isabelle (Amerikanerin) und Estelle (meine Französin) auch schon auf mich. Nach der herzlichen Begrüßung (ja wir sind eine Art große Familie), ging es dann in den 5(?) Stock wo wir die Tickets für den 89 Stock kauften. Nach einem Sicherheitscheck ging es dann im schnellsten Aufzug der Welt nach oben. Im 89 Stock war es dann erstmal vorbei mit dem munteren Geplauder. Alle waren so überwältigt von dem tollen Ausblick dass wir 10 Minuten nur mit offenem Mund starrend verbrachten. Als wir uns dann beruhigt hatten schauten wir uns natürlich noch alles weitere an und ich lege euch wärmlichst ans Herz, dass wenn ihr in Taipei seid ihr unbedingt den Taipei 101 besucht!
Wieder unten angekommen legten wir dann noch eine Fotosession mit dem „Love“- Schild ein und dann wollten wir alle unterschiedliche Sachen machen. Ein paar Austauschschüler wollten zu einer Bierfabrik, wozu ich aber keine Lust hatte, weil da ein paar Chaoten dabei sein würden und man deutsches Bier eh nicht toppen kann. Die Amerikaner wollten ins New York New York, dem New York Chinatown in Taiwan. Und Daniek und Tylor luden mich ein mit Tylors taiwanesischen College Freunden Bowlen zu gehen. Da ich mir fest vorgenommen hatte auch taiwanesische Freunde zu finden und nicht nur mit Austauschschülern rumzuhängen entschied ich mich also für letzteres.
In Shilin Nightmarket angekommen, dem Platz wo wir die anderen treffen sollten, erwartete mich dann erstmal wieder eine Überraschung die mir mal wieder nahe bringen sollte wie klein die Welt doch ist. Nachdem sich alle Tylors Freunde vorgestellt hatten unterhielt ich mich mit Young, der vor 2 Jahren mit Rotary in Camel, Californien, USA gewesen war. Wer mich näher kennt müsste vielleicht wissen, dass ich genau an diesem Ort vor ca. 7 oder 8 Jahren mal Urlaub gemacht habe und wie begeistert ich davon gewesen bin. Als ich ihm dann erzählte, dass ich aus Deutschland bin meinte er, dass seine Eltern und Schwester in den Sommerferien in Deutschland gewesen seien um ihre Austauschschülerin aus dem Vorjahr zu besuchen. Ich fragte ihn wo genau sie denn gewesen seien und es stellte sich heraus, dass er das vierte mir unbekannte Familienmitglied der Familie Chen ist, die ich in den Sommerferien dank Ann- Kathrin, kennengelernt hatte. Wir beide waren ziemlich überrascht und mir wurde mal wieder bewusst wie klein unsere Erde doch sein kann.
Ich verbrachte also einen wirklich super tollen Abend mit super netten Taiwanesen. Welchen die auch mal in meinem Alter waren und ich war so happy, denn ich habe das Gefühl, dass könnten richtige Freunde für mich werden. Wir haben bereits fürs nächste Wochenende eine gemeinsame Unternehmung geplant! :)
Abends gings dann wieder mit dem Bus Nachhause. Ja ich bin jetzt schon fähig ganz allein Nachhause zu kommen. In Deutschland war ich ja immer nicht so gut darin. Hier geht das viel besser, obwohl das Busfahren manchmal ein bisschen schwer ist, denn man muss dem Busfahrer am Anfang der Fahrt sagen wo man hin möchte und er lässt dich dann vor deiner Haustür raus. Aber selbst das habe ich bis jetzt immer hinbekommen.

Sonntag hieß es dann wieder ultra früh aufstehen. Ich hatte meinen Klassenkameradinnen versprochen mit ihnen in den Taipei Zoo zugehen. Daniek und Tylor hatte ich mir zur Unterstützung aber auch mitgenommen, denn manchmal sind meine Klassenkameradinnen doch sehr kindlich. Im Zoo selber war ich dann total begeistert von den Panda Bären. Ich verbrachte eine ganz tolle Zeit und hatte viel Spaß. Nach dem Zoo gings dann via MRT nach Ximen wo wir Dinner haben wollten. Wir aßen Pasta. Wie sich später rausstellen sollte gar nicht gut. Mein Magen war nicht mehr an solch europäisches Essen gewöhnt und ich verbrachte die gesamte Nacht von Sonntag auf Montag zwischen Klo und Bett. Weniger gut. Dienstag blieb ich dann Zuhause wo ich von einer ultra besorgten Tina mit Xifan (Reis in Wasser) gestopft wurde und tausendmal gefragt wurde ob ich denn nicht zum Doktor wollte. Ich kann euch sagen in einem anderen Land krank zu sein ist wirklich nicht schön aber dank Mama Marias guter Zurede gings mir dann gleich viel besser und heute war ich wieder in der Schule.
Im Englischunterricht sprachen wir über Musikrichtungen und ich sagte, dass ich Rock Musik mag. Daraufhin sollte ich eine Band sagen und mir viel die französischen BB Brunes ein. Daraufhin durfte ich dann wieder den Rest der Stunde vor der Klasse die französische Aussprache erklären und warum gerade diese Band so gut sei. Ganz am Ende fragte die Lehrerin mich dann ganz erstaunt ob ich aus Frankreich sei. NEIN ich bin DEUTSCHE! :D
Anschließend hatte ich von der Schule organisierten chinesisch Unterricht. Ich lernte Gerichte kennen und auszudrücken wenn ich etwas mag bzw. nicht mag. Total begeistert von den neuen Sachen die ich lernte sagte ich zu meiner Lehrerin: „Laoshi, Wo xihuan shi wai gou ren“ was meiner Meinung so viel heißen sollte wie: „Lehrerin, Ich mag es Ausländer zu sein“. Da ich es aber leider falsch betonte, nämlich mit dem „shi“ für Essen, verstanden die Anwesenden: „Lehrerin, Ich mag es Ausländer zu essen.“ Nach dem mich alle schockiert angeschaut hatten machte mich meine Lehrerin dann darauf aufmerksam was ich wirklich gesagt hatte und alle brachen in schallendes Lachen aus. Haha wie ihr seht ist das mit der Betonung wirklich so eine Sache. Aber was soll's zum Glück haben hier ja alle Humor und finden eh immer alles was ich auf chinesisch sage klasse, auch wenn es so komisch ist.
Aber mit dem wars dann nicht genug, den nächsten Lacher kassierte ich dann im Mathe Unterricht. Gelangweilt wie ich war las ich mein nunmehr drittes Buch seit meiner Ankunft. Natürlich auf Englisch, gab es darin Wörter die ich nicht verstand. Also schnell einen der super modernen elektronischen Wörterbüchern meiner Klassenkameradinnen geschnappt, das Wort eingetippt und der Sitznachbarin gezeigt, damit sie es mir übersetzt. Nur verzog die komischerweise den Mund zu einem fetten grinsen und zeigte den Bildschirm der ganzen Klasse, bevor sie mir die Bedeutung der Wörter: „testicle“ und „progenitively omnipotent“ mitteilte. Nun hatten aber wirklich schon alle die Bedeutung auf chinesisch gesehen und ich lief bei der Erklärung rot an. Haha was die jetzt wohl denken was ich für Bücher lese, dabei war es ein typisches Mädchenbuch mit Namen: „Princess Diaries“ oder auf deutsch „Plötzlich Prinzessin“. :D
Damit war es dann aber immer noch nicht genug, denn im „Social Studies“ Unterricht wurde ich unbemerkter Weise zum zu studierenden Objekt. Die Lehrerin hatte wohl schon länger die Schülerinnen aufgeklärt wie viel Selbstüberwindung es braucht in ein fremdes Land mit einer so fremden Kultur zu kommen und wie langweilig für mich der Unterricht doch sein müsste, wo ich doch nichts verstehe. Als ich dann gähnen musste brachen alle in ein rießen Gelächter aus und endlich wurde auch ich aufgeklärt, als letzte, dass die ganze Zeit über mich geredet wurde.
Ihr seht alles in allem waren meine letzten Tage wieder super aufregend und ich hoffe ich langweile euch nicht mit meinen sehr ausführlichen Berichten! Jetzt wird es aber Zeit noch ein bisschen zu lernen, morgen steht wie jede Woche ein chinesisch Test an. Komischerweise schaffe ich da immer recht hohe Scores 89 von 100 Punkten ohne besonders gut vorbereitet zu sein. Ich sag ja egal was man macht, man ist immer erfolgreich.
Also dann bis demnächst. Achja wenn ihr bestimmte Anregungen habt oder wollt, dass ich auf ein bestimmtes Thema näher eingehe, bitte schreibt es mir ;)

Freitag, 10. September 2010

Schulalltag in Taiwan

Da ich nun schon des öfteren gefragt wurde wie die Schule denn so ist, hier nun ein Bericht. Mh am besten beginne ich ganz am Anfang. Freitag vor einer Woche war es endlich soweit. Ich durfte endlich in die Schule. Ich glaube ich habe mich noch nie so dolle auf die Schule gefreut, was daran lag das das Leben Zuhause allmählich normal wurde.
Also gut um Punkt acht Uhre standen Gastmama Tina und ich also in der Schule. Um 9 Uhr hatten sich alle eingefunden und es gab eine Wilkommenszeremonie inklusive Tee für uns Austauschschüler.
Wer wir sind? Fiona aus Deutschland, Estelle aus Frankreich, Arantxa aus Spanien und Effie aus der Schweiz (ihre Mama ist aber Taiwanesin, deswegen spriucht sie Chinesisch).

Zunächst fragte die Schulleiterin uns: " Do you listen to Chinese?" und ich konnte es mir einfach nicht verkneifen zu antworten: " Yes, I guess we are able to listen to it but not able to speak."
Die Lacher waren auf meiner Seite und die Direktorin meinte ich hätte Humor. :)

Anschließend sollten wir uns dann auf chinesisch vorstellen. Dank Yutong kein Problem und alle waren super begeistert als ich dann noch hinzufügte: "Wo de zhong wen míngshēng yao 林 小 妤", was so viel heißt wie: "Mein chinesischer Name ist lin xiao yu"

Als sie sich dann einigermaßen beruhigt hatten, ging es daran die Schuluniform anzuprobieren. Ich hatte mich schon lange auf diesen Moment vorbereitet, weil ich es einfach das Größte fand etwas anderes zu machen aber trotzdem gleich allen Anderen zu sei(Nebenbei angemerkt, dass mit dem Gleichsein klappt leider so überhaupt nicht, denn trotz der gleichen Uniform starren mich alle an).
Die Uniform ist im Vergleich zu Anderen auch ganz passabel aber nun nach einer Woche tragen muss ich sagen, dass sie einfach viel zu heiß ist.

Hier mal ein Bild:


Nun war es soweit und eine Mitschülerin sollte mich in meine Klasse bringen. Dort warteten schon ca. 40 Schülerinnen auf mein Erscheinen. Dort angekommen musste ich dann auch erstmal nach vorne und mich vorstellen. Anschließend stürmten alle auf mich ein und sagten ich sollte ihren Clubs (ihren Heiligtum) beitreten. Es wurden dann auch noch so typische Fragen wie: " Do you want to have a taiwanese boyfriend?" und "Do you like Tokio Hotel?" gefragt. Nachdem ich die dann alle beantwortet hatten mutte ich zum Fotoshooting herhalten. Als ich dann geschätze 40 Mal in eine Kamera gelächelt hatte wurde ich zu meinem Platz geführt. Der war praktisch nicht benutzbar denn es lagen tonnenweise Geschenke darauf. Unteranderem kleine Anhänger, Süßigkeiten, Bubble tea und noch vieles mehr.
Das hat sich jetzt zu nem Trend durchgesetzt und ich bekomme jeden Tag mindestens eine Kleinig geschenkt und tausend Zettelchen geschrieben. :)

Dann hatte ich meine erste Unterrichtsstunde und es war das Fach " National Defense". Ich muss zugeben, ich hatte nicht erwartet in einer Mädchenschule ein solches Fach zu haben. Aber ich hatte es eben doch und musste dann auch erstmal prompt spalier stehen. Ich muss sagen ich mag diese Militärperson die da vor uns steht gar nicht. Ihr Gesicht ist total verhärmt und sie wirkt auf mich als wäre sie zu keinem Lächeln fühig. Alles in allem finde ich diesen Unterricht auch wirklich nicht gut. Ich habe mir es jetzt zur Gewohnheit gemacht diese Lehrerin immer anzugrinsen. Vielleicht werde ich ihr ja irgenwann mal ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können? Ich glaube ja nicht daran.

Taiwanesische Schüler oder die Mädels aus meiner Schule nehmen alles was mit der Schule zu tun hat sehr ernst. Überhaupt ist ihre Einstellung zur Schule eine ganz Andere als die die ich aus deutschen Schulen gewöhnt bin. Zunächst sind da erstmal die täglichen Tests die sie zu schreiben haben. Sie kommen dann schon um 7 Uhr zur Schule um an diesen Tests teilnehmen zu können. Die Tests werden aber nicht etwa von irgendeinem Lehrkörper überwacht, nein. Das ist hier gar nicht nötig, denn sie lernen ja für sich und würden deswegen auch nie abschreiben. Das hat mich schon echt schockiert am Anfang ;)

Dann sind da die Schulclubs. Jeder muss einem beitreten und der jeweilige Club ist dann das Größte für sie. Sie kommen zum Teil schon um 6 Uhr in die Schule um für ihre Clubs zu tranieren oder sonstiges vor zu bereiten. Mich haben sie auch gleich alle gestürmt doch ja ihrem Club beizutreten aber ich habe mich dazu entschieden erstmal in alles reinzuschnuppern.

Dann ist da noch das Volleyball. Das ist bei mir an der Schule etwas ganz besonderes. Wir sind anscheinend ganz weit vorne dabei und super erfolgreich darin. Deswegen spielt auch wirklich jeder Volleyball und praktisch jede freie Minute wird zum tranieren genutzt. Und es ist nicht so als würden wir nur so dumm rumspielen ohne richtigen Plan. NEIN. Bei jedem Training werde wir auf die richtige Körperhaltung und wichtige Technicken hingewiesen. Ich habe schon ganz blaue Arme vom vielen Üben. Es ist mittlerweile auch selbstverständlich für mich nach der Schule noch mindestens 2 Stunden Volleyball zu trainieren. Zum Einen kann ich so Zeit mit meinen Klassenfreunden verbringen und mich zum anderen noch sportlich betätigen. Das macht auch wirklich spaß.

Oh sehr witzig ist unser Englisch Unterricht. Die Lehrerin hat mich zu einer Art Assistentin erklärt und das letzte Mal sollte ich dann vor der Klasse etwas über die deutsche Sprache erklären. Als ich ihnen also etwas über die deutschen Artikel: "Der Hund, Die Katze, Das Wasser" erklärt hatte, sagte die Lehrerin sie sollten mich doch jetzt fragen über die deutsche Sprache. Sie fragten auch, aber es hatte nichts mehr mit der Sprache zu tun. Nein, wie denn die deutsche Schule, das deutsche Leben und das deutsche Bier sei. Irgendwann wurden die Fragen dann so privat, dass die Lehrerin meinte ich müsste sie nicht beantworten. Ich tat es trotzdem auch auf die Gefahr hin dass sie als Lehrerin nicht so begeistert sein würde wenn ich den Schülerinnen über deutsche Bars vorschwärme. Aber im Gegenteil. Sie war begeistert und appellierte an die Anderen sie sollten doch auch so offen wie ich sein.
Ich kann machen was ich will, alle sind begeistert!

Meine Lieblingsfächer sind momentan Englisch, weil ich da assistieren kann. Mathe, weil die Lehrerin mich zu lieben scheint und super sympatisch ist und Kunst, weil ich da auch mitmachen kann! Die restlichen Fächer verbringe ich mit Lesen. Ich habe in der einen Woche schon zwei englische Bücher mit nem Umfang von jeweils ca. 250 Seiten gelesen. Achso ich studiere natürlich auch noch Chinesisch! Ich hatte Donnerstag einen Test über die Phonetics im Chinesischen. Der lief aber leider nicht so gut, denn ich hatte einen schlechten Tag. Naja was solls.

Heute passierte mir dann wieder was echt tolles. Nach der Schule als ich mich gerade daran machte das Schulgelände zu verlassen rief mich eine mir unbekannte Nummer an. Ich beantwortete sie und ein Mädchen mit dem Namen Ting ting wies mich an doch in die Bibiliothek zu kommen. Dort angekommen wartete sie schon, stellte sich als Senior (hat die Schule letztes Jahr beendet) Sistern (wir haben alle Schwestern,die jeweils gleichen Nummern einen Jahrgang über uns). Sie schenkte mir einen Bubble tea (Yummy) und war total begeistert davon mich zu treffen. Total positiv gestimmt verließ ich die Schule und wurde von zwei anderen Seniors abgefangen. Ray, die eine von Beiden war letztes Jahr zum studieren in London und sprach deswegen sehr gutes Englisch. Sie lud mich gleich dazu ein mal ein bisschen rumzuschauen, was ich natürlich auch annahm. Es ist unglaublich wie schnell man Leute kennenlernt.

Montag, 6. September 2010

Wochenendtrip nach Yilan

...oder wie ich glaubte zu träumen

Wie der Titel schon sagt brachen wir an diesem Samstag Morgen früh um 6 Uhr auf um übers Wochenende nach Yilan zu fahren, was so ca. 69 km, gut 1 1/2 westlich von Taipei liegt. Wie eigentlich immer wusste ich nicht viel mehr, als das wir nach Yilan fahren würden und ich hatte mich eigentlich mehr auf ein enstpanntes Wochenende vorbereitet als auf das was kommen sollte.
Wer "wir" alles waren? Zunächst einmal meine Gastmutter Tina, dann meine Gastschwester Rachel, mein Gastvater aus der dritten Gastfamilie Spencer, Tinas Freundin Irin mit ihrer 7 Jährigen Tochter und Irins Schwester mit ihren beiden 5 Jährigen Kindern.
In Yilan angekommen gingen wir zunächst ins Art Museum.
Ganz anders als von mir erwartet stellte sich dieses so genannte Museum dann aber mehr als ein Freizeitpark da und ich hatte mega viel Spaß mit den kleinen Kindern um die wette zu rennen, auf der Suche wer wohl am meisten Süßigkeiten geschenkt bekommen würde. Ja sie verschenkten da haufen weise Süßigkeiten. Fragt mich bitte nicht was das mit Kunst zu tun hat. Vielleicht die Kunst des Süßem? Oder die Kunst 17- Jährige Mädchen sich wieder in Kleinkinder verwandeln zu lassen?
Das Arts Museum war wirklich sehr beeindruckend denn außer Süßem gabs da auch echt tolle Architektur (was für Papa ;)) und komische gelbe Fische.
Irgendwann kam dann wieder die Fotostunde und ich ging in Position. Doch anstatt das es mit ein paar Fotos getan wäre, wurde ich zur neuen Hauptattraktion und sämtliche Menschen bestanden darauf doch bitte ein Bild mit mir zu bekommen. Das war mal wieder sehr erheiternd :D

Wie man auf dem Foto sieht war ich anfangs noch alleine, doch dann wurde ich zur Attraktion :D



Als die Session dann endlich zu Ende war (Spencer musste sie auf brutalste Weise beenden ;D), gings dann weiter zu einer rießen Wishky Fabrik. Für mich als "nicht Wishky lieberin" war das ein wenig langweilig, was ich aber vielleicht erwähnen sollte ist, das sämtliche Gerätschaften die zu Herstellung des Wishkys gebraucht werden aus Deutschland kommen.

Anschließend fuhren wir dann auf eine Orchideen Farm. Und Mama, du wärst bestimmt umgefallen vor lauter Blumen. Das war wirklich beindruckend!



So nun sollte der Traum aber beginnen. Wir (total durchgeschwitzt und hungrig) machten uns auf dem Weg zum Hotel.
Zunächst möchte ich anmerken, dass mir ja schon bewusst war, dass meine Gastfamilie ganz gut situiert ist. Als ich das Hotelzimmer betrat wurde mir dann aber erst bewusst wie gut. Wir wohnten nicht etwa in einem normalen Hotel. NEIN! Wir wohnten in einem total neuen, 5 Sterne Evergreen Hotel. Aber nicht etwa in einem Zimmer für normal sterbliche, nein wir wohnten in der VIP Lounge.

Hier ein paar Fotos, dass ihr euch mal einen Eindruck davon macht wo ich eine Nacht schlafen durfte:




Natürlich war das Ganze in echt noch viel beeinrduckender, aber weil wir einen straffen Zeitplan einhalten mussten, konnte ich leider nicht jedes Detail fotografieren. Aber wie man auf dem einem Foto sieht, war ich schon echt fast am ausflippen!

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, wurde dann das Teebüffett geplündert.


Als wir das beendet hatten gings dann in Etage vier die ganz der Unterhaltung gewidnet war. Natürlich mussten wir alles ausporbieren: Tischkicker (genauso wie im ITK Büro nur das ich hier mal nicht immer verliere. Uwe teile Sören mal bitte mit, dass ich auch gewinnen kann :D), Wi Sports, KTV, Billiard usw. usw.

Als das dann geschafft war gings auf zum Hotel eigenem Schwimmbad. Das wirklich rießig war und aus ca. 5 verschiedenen Becken die nur zum schwimmen da waren und nochmal mindestens so vielen die nur dem Wellness galten. Echt beeindruckend :D

Dann gings zum Abendessen, dass wir wie Spencer mir mitteilte "Natürlich" in der VIP- Lounge zu uns nahmen. Was es so gab? Och so Sachen wie Austern und Hai. Aber ich muss echt sagen, dass war voll eckelhaft! Ich gehöre nicht zu den sogennanten Feinschmeckern. Haha.

Noch nicht fertig mit dem Essen mussten wir dann aber schon wieder weiter, denn es sollte eine Artistenshow stattfinden. Die stellte sich dann auch als wirklich toll da! Dann mussten wir noch mit den Fahrrädern zum Nightmarket fahren, der auch wieder toll war.
Zu allem Tollen musste dann aber noch was nicht so Tolles kommen. Haha, wenn ich jetzt darüber schreibe kann ich nur lachen.
Also ich war noch am Computer gewesen um meinen Eltern eine Nachricht zu schreiben, was sich schon als echt schwierig herausstellte, denn der Computer konnt irgendwie nur Chinesisch und ich eben noch nicht genug um ihn auf Englisch zu stellen. Irgendwie schaffte ich es dann aber doch und machte mich zufrieden auf dem Weg mit dem Aufzug in Etage 9, wo ich wohnte.
Also auf gings ich betrat den Aufzug und presste Nummer 9. Die Türen schlossen sich und wir fuhren los, aber nicht in etwa in Richtung 9, nein wir fuhren runter. In Etage vier angekommen startete ich einen neuen Versuch. Nichts geschah. Langsam kam ich mir ein wenig verarscht vor. Ich drückte also erneut den Knopf... keine Reaktion. Leicht verwirrt verließ ich den Aufzug um einen anderen zu benutzen. Vielleicht war meiner ja einfach kaputt?
Ich betrat also einen anderen Aufzug und war nicht alleine. Ein Mann drückte Etage 5 und kam auch dort an. Frischen Mutes drückte ich also wieder 9. Nichts geschah. Ich am Rande der Verzweiflung haute mittlerweile auf die Nummer 9. Aber nichts geschah.

Nun setzte sich der Aufzug wieder in Bewegung. Zu Etage 11. Dort angekommen war ich wirklich schon davon überzeugt Glück darin zu haben kaputte Aufzüge zu benutzen als eine Taiwanesin den Aufzug betrat und ihre Raumkarte benutze um den Aufzug in Betrieb zu setzen.

Total erleichtert aber auch von der eigenen Dummheit übermannt sagte ich laut: " Ahhhhhh" was sie mit einem Lächeln kommentierte und mich darauf hinwies, dass das in neuen Hotels so Sitte sei.
Wie ihr euch denken könnt habe ich es dann noch auf mein Zimmer geschafft, wo Onkel Spencer schon wartete und mich fragte ob ich verloren gegangen sei. Da war das Hotel dann wohl ne Spur schlauer als ich ;)

Am Sonntag wurde dann wieder super früh aufgestanden. Mir wurde beim Frühstück die Wahl gestellt: Wandern, Shoppen oder spielen in Etage 3. Ich war für Wandern! Einfach weil ich endlich mal die Berge von nahem sehen wollte. Also gings zum:

Dort angekommen kletterten wir dann ca. 1 Stunde durch die Wildnis und ich traf auf wirklich spezielle Tierarten die ich in Deutschland noch nie gesehen hatte. So zum Beispiel rießen Spinnen (die hätten Ryan gefallen, rießen Bienen,Schmetterlinge in allen Farben, Eidechsen und allerlei anderes Viehzeugs was man so von Deutschland nicht kennt. Auf unserem Weg kamen wir auch an wunderschönen Wasserläufen bzw. Fällen vorbei. Siehe Foto:










Haha wie ihr sehen könnt sind die Taiwanesen sehr streng darauf bedacht ihre Regeln einzuhalten. Das weiße Etwas auf dem Baum ist übrigens auch nen Tier.

Nach der aufregenden aber auch sehr schweiß treibenden Zeit gings dann erstmal wieder zum Essen. Diesmal mit einer Freundin von Spencer die mich dann auch gleich einlud doch bei ihr zu bleiben. Leider schien Tina davon nicht so begeistert.
In dem Restaurant gab es einem Papagei der sprechen konnte. Also hatte ich natürlich nichts besseres zu tun als ihm das Wort "Deutsch" beizubringen. Nach einer halben Stunde gutem zuredens war er dann in der Lage das Wort wenigstens ansatzweiße nach "Deutsch" klingend auszusprechen. Ich hätte es ihm bestimmt noch beigebracht, aber leider bestanden die Kleinen darauf in den Tierpark zu fahren. Kann man diesem Lächeln wiederstehen?


Auf zum Tierpark wo wir dann von hunderten von rießen Kois und einem schwarzen Vogel empfangen wurden. Der schwarze Vogel freundete sich schnell mit mir an (kein Wunder ich hatte Fressen) und gewann mich so gern, dass er mich sogar gleich mitessen wollte ;)






Danach gings dann zum eigentlichen Höhepunkt des Tages. Zum Yilan beach. Nicht vorbereitet wie wir waren gingen wir zunächst nur mit den Füßen ins Wasser. Wir sollten vermeiden zu nass zu werden.Am Ende waren wir dann aber doch total nass. Wie Meerwasser einen doch wieder zum Kleinkind werden lässt :D
Selbst Tina musste sich ne andere Hose anziehen, weil sie so nass war!






Alles in allem war der Trip wirklich wunderbar und ich konnte viele tolle Impressionen von Taiwan sammeln!

Montag, 30. August 2010

RYLA- Orientation



An diesem Wochenende hatte ich meine erste Orientation von Rotary mit dem Namen „Rotary Youth Leadership Award“ (RYLA). Am Freitag starteten Henry (Gastvater) und ich also schon um 9 Uhr Morgens um uns auf dem Weg zu diesem Event was in Tao Yuan, ca. 45min von Taipei entfernt, stattfinden sollte. Da Wugu, mein Stadtviertel, keine direkte Anbindung an die MRT (U-Bahn) hat, mussten wir zunächt mit dem Bus zur nächsten MRT Station fahren. Für mich war es das erste Mal MRT zu fahren und ich war auch hier wieder recht überrascht wie übersichtlich und geordnet alles war. Wo ich in Deutschland des öfteren mal Orientierungsschwierigkeiten habe, war ich fest der Meinung in Taipei erstmal verloren zu sein. Ich war also auf viele Menschen, Unordnung und Enge eingestellt und so erstaunt wie sittlich alles ablief. Taiwanesen haben sogar ein zwei Reihen System zum Einsteigen in die MRT's. Innendrinnen ist es total angenehm klimatisiert und alles andere als eng. Dieses Ordnungssystem der Taiwanesen erstaunt mich immer wieder!
Nun ja, auf jeden Fall fuhren wir wie ich dachte zu dem Treffpunkt wo die Busse uns nach Tao Yuan bringen sollten, nur hatte Henry was anderes geplant und wegen den nicht vorhandenen Englischkenntnissen konnte er mir das nicht mitteilen. Ich war dann auch ganz erleichtert als wir ins Büro von Howards ( Taiwanese den ich im Rotary Meeting kennengelernt habe der auch 17 ist) Vater ankamen und Jill, Howards Mom und er selbst mich zum Lunch entführten.
Mal wieder gings zum Japaner, was hier anscheinend echt populär ist. Nach dem Lunch, welcher wirklich toll war da das Essen sehr lecker war und Jill (spricht kein Englisch) und Howard super nett zu mir waren, gingen wir dann zu dem Treffpunkt. Dort herrschte für mich auf den ersten Blick Chaos. Das lag aber auch nur daran das ich die bunten Zeichen die überall hingen nicht lesen konnte. Irgendwann hatte mich dann aber irgendwer zu einer Gruppe gebracht und man teilte mir mit das ich in Gruppe 6 sei. Die anderen Gruppenmitglieder waren alle Taiwanesen die zunächst nicht mit mir sprachen. Umso glücklicher war ich als ich dann im Bus einen Franzosen: Killian (kein Englisch), eine Kanadierin: Daniek und eine Amerikanerin: Savanna und einen Amerikaner: Nick kennenlernte. Die waren super aufgeschlossen und die fahrt über verging damit das ich mit Killian auf französisch darüber diskutierte ob nun Deutschland oder Frankreich den besseren Fußball hätte. Im Tao Yuan lernte ich dann die anderen Austauschschüler kennen. Insgesamt sind wir in meinem Distrikt 3480 ca. 50 Austauschschüler. Davon sind wir mindestens 25-30 Amerikaner, 6 Deutsche, ca.14 Franzosen und noch Kanandier, Tschechen, Ungarn, Russen, Australier usw.
In einer Art Interview geführt von Fible, einem Rotexer der letztes Jahr im Austausch in Deutschland war und wirklich perfektes Deutsch spricht mit tollem bayrischen Akzent (hört sich außergewöhnlich witzig an), lernten wir uns dann alle kennen und ich muss sagen diese Interviews waren wirklich witzig und ungezwungen.

Abends mussten wir dann in unsere Gruppen zurück. Die Taiwanesen in meiner Gruppe die am Mittag so zurückhaltend gewesen waren, waren nun total offen und zusammen mussten wir Team Aufgaben meistern. Das ging obwohl wir nicht alle die gleiche Sprache hatten wirklich erstaunlich gut. Es ist unglaublich wie gut man sich nur über Körpersprache, Gesten und ein nettes Lächeln verständigen kann!

Dann kam für mich das erstaunlichste. In Deutschland waren immer alle der Meinung das sie in Taiwan sehr streng sind und nicht ungezwungen sein könnten.
Ich wurde vom Gegenteil überzeugt. Rotary hatte uns einen bekannten taiwanesischen DJ organisiert und der legte auf. Zunächst waren es auch wirklich nur wir Austauschschüler die dazu tanzten. Dann nach und nach wurden die Taiwanesen aber total von uns angesteckt und es war wirklich unglaublich viel Spaß! Im Endeffekt war ich mehr als einmal mit auf der Bühne und am Ende wirklich durchgeschwitzt so viel hatte ich mit den Anderen getanzt.

Also wer mir jetzt sagen will das man nur mit Alkohol Spaß haben kann und in Taiwan es keinen Spaß gebe, der war noch nicht da. Ich kann euch sagen, Taiwanesen sind zwar vielleicht anfangs etwas schüchtern aber wenn man sie dann offen aufnimmt sind sie die nettesten Menschen der Welt!

Samstag
Am nächsten Tag war dann wieder frühes Aufstehen angesagt auch wenn wir alle Hunde müde waren. Dann mussten wir in einer Art Zeremonie unsere Länder repräsentieren und guess what? Ich war Diejenige die strahlend die Flagge trug :P... Nach einer Zeit lernt man im Ausland wirklich auch das eigene Heimatland in gewisser weise zu schätzen!
Danach wurde uns dann vom Rotary Präsidenten eingetrichtert immer positiv zu sein und wirklich ich bin optimistischer denn je!
Am Nachmittag ging es dann zu den Gruppen Aktivitäten zurück. Wir besuchten einen rießigen Kletterpark in der Nähe. Zusammen in unserer Gruppe konnten wir dann klettern wie die Dummen. Das sollte unseren Zusammenhalt stärken, was auch wirklich funktionierte. Abends hatten wir dann nämlich die Aufgabe herauszufinden was gute Kommunikation ausmacht. Da wir das ja schon den ganzen Tag gemacht hatten (Körpersprache, Gesten und immer ein fettes Grinsen im Gesicht) war das dann auch kein Problem und wir hatten einen rießen Spaß dabei einen Sketch zu gestalten um den anderen am nächsten Tag vorzustellen was gute Kommunikation ausmacht!

Spät am Abend saß ich dann noch mit Fible (Bayrischer Taiwanese :P), Jesse (war in den USA im Austausch), einem Belgier und einem Brasilianer draußen und wir unterhielten uns skyeptisch über die Vor,- und Nachteile unserer jeweiligen Länder. Es war für mich wirklich sehr lehreich was die Anderen so über ihre Länder erzählten. So lernte ich mein eigenes Land skeptischer zu betrachten aber auch gute Dinge an Deutschland zu erkennen. Das war wirklich super lehrreich für mich.

Sonntag
Sonntag war dann die Vorstellung unserer Sketche an der Reihe. Vor ca. 150 Leuten mussten wir dann auf die Bühne aber ich muss sagen anstatt Lampenfieber zu haben, hatte ich wirklich einen rießen Spaß. Hier ist es wesentlich einfacher für mich ich selbst zu sein. Wahrscheinlich weil ich mich viel mehr akzeptiert fühle und die Anderen in der gleichen Situation sind wie ich.

Danach waren dann noch Gruppenfotos angesagt. Eine Taiwanesin aus meiner Gruppe machte mir ein wunderbares Geschenk. Sie hatte ein Bild von mir gemalt, weil ich ihr am Vortag Deutschland Pins geschenkt hatte. Ich fand diese Geste von ihr wirklich total toll, dass zeigte mir wie sehr sie die Pins zu schätzen wusste.
Anschließend kamen dann super viele Taiwanesen auch aus anderen Gruppen die Fotos mit uns haben wollten. Jesse (Taiwanese) hatte mir am Vortag schon gesagt wie selten wir hier sind und deswegen werden wir echt hoch gehandelt. Man fühlt sich wie ein kleiner Star wenn alle auf einen zu kommen und sich super freuen wenn sie ein Foto mit einem haben :)

Jetzt hätte ich fast vergessen von Alice zu erzählen. Alice war die Gruppenleiterin von meiner Gruppe. Sie ist auch eine Taiwanesin und spricht super gutes Englisch. Von Anfang an haben wir uns super verstanden und am Ende haben wir uns sogar gegenseitig unsere Poster (von uns selber) geschenkt, weil wir uns so miteinander befreundet haben. Alice wohnt nicht allzu weit weg von mir und sie hat mir gesagt, dass sie mit mir mal was unternehmen will. Das hat mich wirklich super glücklich gemacht, so langsam finde ich hier Anschluss! Taylor ein anderer aus meiner Gruppe war auch super nett und auch er will mir ein bisschen von Taiwan zeigen.

Als wir dann gegen Abend total erschöpft wieder in Taipei ankamen war ich total trauchig alle zu verlassen. Aber mein Trost: Ich sah die anderen Austauschschüler schon Montag (heute) wieder.

Anstatt dann aber Nachhause zu fahren fuhr Tina (Gastmama) noch mit Rachel und mir ihren besten Freund und seine Familie in einem Restaurant zu treffen. Das dann auch noch super schön, denn die Familie war sehr nett. Sie haben auch einen Hund (March), den Ersten mit dem ich hier Kontakt hatte. Und da ich meine Tiere echt vermisse war ich total glücklich March den ganzen Abend knuddeln zu können.
Eine neue Erfahrung war es dann für mich aber als sie den Hund wie selbstverständlich auf den Tisch hoben. Nicht etwa um ihn zu essen.

Ein für Alle mal: IN TAIWAN WIRD KEIN HUND GEGESSEN!!!

Wenn ihr Hund essen wollt, dann geht nach Thailand oder China. Nein, um mir vorzuführen wie sie Pfote geben kann. Für mich war das ein wenig verwirrend. Denn auf der einen Seite wird hier so für Hygiene gesorgt, auf der anderen Seite werden Hunde auf den Tisch in öffentlichen Restaurants gesetzt. Für mich war das echt was neues, aber was soll's: Andere Länder, andere Sitten!

Heute (Montag) hatte ich meinen chinesisch Test. Der war wirklich unglaublich einfach für uns alle. Da wir NICHTS verstanden, haben wir einfach alles geraten und ich wette mit euch, dass ich 0 Punkte haben werde ;)
Aber was soll's, ich bin ja dafür hier die Sprache zu lernen. Ich mache zwar nur langsam Fortschritte aber hey immerhin kann ich mich schon echt toll bedanken, was meiner Meinung nach ja auch schon sehr viel wert ist!

Also Alles in Allem bin ich immer noch super glücklich! Natürlich habe ich auch mal Durchhänger, vor allem wenn ich müde bin oder wenn die Amerikaner in einem Affenzahn mit mir sprechen, aber das gehört dazu und ich lerne damit umzugehen. Die positive Einstellung der Taiwanesen hat sich schon auf mich übertragen und es gibt Zeiten da kann ich mein Glück hier zu sein gar nicht fassen. Taiwan ist wirklich ein wunderbares Land. Es ist ganz was anderes als Deutschland und hat sicherlich auch seine negativen Seiten, aber ich liebe die schönen Seiten an ihm!
Also Feedback der ersten Woche ist durchweg positiv! :)

Donnerstag, 26. August 2010

Kleine Menschen mit großen Talenten

Wie die heutige Überschrift schon sagt, habe ich heute etwas sehr beeindruckendes erlebt. Ich durfte mit meiner kleinen Gastschwester Rachel zur Kunst Klasse gehen. Da ich selber ja auch im Kunstprofil auf meiner Schule war, war ich natürlich total begeistert von dem Vorschlag von Tina mit hin zu gehen. Als ich dann da war, war ich wirklich beeindruckt. Kleinste Knirpse im Alter von 7-12 Jahren malten hochprofessionelle Bilder. Ich meine in meiner heimischen Kunstklasse hatten wir schon so manche Mal begabte aber so eine Begabung bei so kleinen Knirpsen hätte ich nicht vermutet. Ich war also total in die Gemälde vertieft und war total erstaunt als mir der Künstler, ein höchst sympathischer Taiwanese der sogar Englisch sprach, vorschlug doch auch ein Bild zu malen. Alleine die Herangehensweise: von den Vorbereitungen, dem Ambiente usw. ist es schon alles viel professioneller als der Unterricht Zuhause. Ich muss sagen ich habe selber nicht geglaubt, dass ich den Sonnenuntergang am Felsenriff malen könnte, so anspruchsvoll erschien er mir. Umso mehr begeistert war ich dann, als ich entdecken musste,dass das ja doch nicht so schwer ist und wir in Deutschland viel zu wenig gefördert wurden und die praktischen Techniken zu wenig gelehrt wurden. Mir hat der Unterricht so gut gefallen, dass ich jetzt jede Woche mitgehen darf! Jetzt habe ich schon zwei Hobbys hier: schwimmen und malen :)!
Ich werde sobald das Bild beendet ist mal ein Bild einstellen und euch mal zeigen wie schlecht meine Malkunst im Vergleich zu der, der Knirpsen ist!

Als ich dann widerwillig den Pinsel zur Seite legen musste, widerwillig deshalb weil ich so begeistert war von den ungeahnten Fähigkeiten, machten wir uns auf den Weg um mir ein Bankkonto zu eröffnen.
In der Bank angekommen kamen gleich 3(!!!) Bankangestellte angerannt um mir dabei zuzugucken wie ich Unterlagen unterschrieb. Ich war wirklich sehr erfreut als eine am Ende Dankeschön sagte! Das Wort hatte sie irgendwo mal aufgeschnappt. Die Anderen mit samt meiner Gastma waren so begeistert, dass ich ihnen dann erstmal das Zählen von 1-5 beibringen musste. Das hörte sich bei ihnen in etwa so an: „eisss, tzwuei, thchrei, via, pfüntf“. Ich war trotzdem sehr angetan von ihren Künsten und versicherte ihnen wie „hen hao“ sie das doch gemacht hatten. Daraufhin wollte eine dann gleich ein Foto von mir haben. Also schön gelächelt und Hände zum Peace gestreckt ->Standard hier.

Danach wurde dann wieder losgefahren und in einem Hotel gehalten. Als wir dann aber nicht wie von mir erwartet nach einigerzeit das Hotel wieder verließen fragte ich erneut, was wir denn nun machen würden. Da stellte sich raus dass, das angesprochene „Welcome Dinner“ mit der zweiten Gastfamilie ein Rotary Meeting sei. Ich war natürlich total entsetzt, da wir in Deutschland ja einen gewissen Dresscode einhalten müssen und ich eine kurze Hose und ein Top nicht dementsprechend fand, aber meine Gastma versicherte mir, dass Alles gut sei (also ich glaube dass sie das machte, so ganz verstehe ich Chinesisch halt doch nicht ;P). Langsam trafen dann nach und nach die anderen Rotarier ein und ich musste sie alle mit einem davor einstudierten „zhouzhou hao“, was so viel heißt wie Hallo Onkel und einem „yi ai hao“ was halle Tante heißt, begrüßen. Sie wiederum waren wieder hin und weg und als ich mich dann noch mit meinem Namen und meiner Herkunft vorstellte war es um sie geschehen. Daraufhin wurde sich dann fast geprügelt wer denn nun mit mir an den Tisch sitzen durfte. Ich war wirklich erleichtert als Howard, ein Taiwanese in meinem Alter aber einen Kopf kleiner, neben mir saß. Trotzdem wurde weiterhin in einer unvergleichlichen Lautstärke auf mich ein gebrüllt und alle waren hoch interessiert an mir. Außer mir ist noch ein Mädchen aus Alaska in meinem Club, da sie aber total ungesprächig war, musste ich herhalten. Mir wurde dann haufenweise Essen auf den Teller geschifft und als ich die Stäbchen dann schon zum zweiten Mal runter schmiss (aus versehen oder auch Ungeschick) war keiner sauer, nein mir wurden neue geholt und versichert wie „hen hao“ ich doch schon mit Stäbchen Essen könnte.
Einfach unglaublich!
Wie schon erwähnt sollte ich ja auch meine zweite und dritte Gastfamilie treffen. An meinem Tisch saßen also mehrere Familien und die, die sich als meine zweite und dritte Gastfamilien vorstellten waren auch allesamt super nett. Ab Januar werde ich in einer Familie mit einer 13 Jährigen Gastschwester wohnen, die auf mich einen super tollen Eindruck macht. Gegen Ende dann bei Paul Yue der einfach die Witzigkeit in Person ist. Ich bin echt happy wie offen die Taiwanesen sind und ihr Humor ist einfach unverbesserlich.
Wie bei einer jeden Willkommenszeremonie musste ich auch irgendwann nach vorne und mich vorstellen. Mit meinen von Yutong so toll eingeübten Sätzen waren alle voll einverstanden und als Dank gab es ein Lied für mich. Das war wirklich zum totlachen witzig und überhaupt nicht förmlich! Ich bekam auch eine Torte die ich dann erstmal vor ca. 40 gezückten Kameras anschneiden musste. Danach war die Fotosession dann eröffnet und alle kamen zu mir um ein Bild mit mir zu machen. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie sehr das einem das Selbstbewusstsein hebt! :)

Als ich anschließend dann den Gang zu Toilette tätigte passierte mir etwas echt witziges. Auf dem Weg zurück sprach mich eine Frau an, ich glaube sie war vom Personal. Auch sie konnte brockenhaft Deutsch und versicherte mir wie bildhübsch die Deutschen doch seien. Sie umarmte mich (eigentlich haben die hier nicht viel Körperkontakt) und drückte mir ihre Visitenkarte in die Hand mit dem Kommentar, dass wenn immer ich in der Nähe sei und Hunger hätte ich zu ihr kommen sollte. Ich war total gerührt von ihrer Höflichkeit. Auf ein Mal kam eine Gruppe von Menschen aus dem Nebenraum, die auch ein Meeting gehabt hatten. Sie stellten sich um mich und sprachen in Chinesisch auf mich ein. Ich konnte nur „ Wo bu dung“->“ich verstehe nicht“ antworten, daraufhin wurde auf Englisch gefragt wo ich denn herkomme, ob ich Chinesisch sprechen könnte, wie denn meine Telefonnummer sei... der Eine bot mir sogar an mein chinesisch Lehrer zu sein, was ich aber alles Dankend ablehnte.

Ihr seht also ich genieße hier so ein bisschen den Status der Ausländerin. Alle sind super bemüht um mich und wenn ich sie auch noch mit dem RPS (Rotarien Permanent Smile) anlächle, dann kann man sie gar nicht mehr halten. Ich bin also immer wieder auf neue von der Gastfreundschaft überrascht und von den verborgenen Talenten die in jedem Einzelnen stecken!
Hier noch ein paar Fotos aus dem Flugzeug, Blick aus meinem Fenster, vom Wugu Berg und von unserem Haus:






Hier noch unser Innenleben:

Der Tag an dem wir Goldpapier verbrannten

Der Tag an dem wir Goldpapier verbrannten...

Ja wie ihr schon lest war heute ein besonderer Tag im chinesischen Kalender. Gegen Mittag wurden sämtliche Lebensmittel in den Aufzug gestellt um dann nach oben auf den Balkon transportiert zu werden. Dort stand ein Tisch wo wir alles Essen und Trinken drauf stellten.
Diese sollten von den Geistern gegessen werden. In diesem Monat sollten sie nämlich von unten aus dem Boden nach oben kommen und um sie freundlich zu stimmen füttert man sie mit Lebensmitteln und Scheingeld (Goldpapier und falschen Dollar). Da heute der letzte Tag in diesem chinesischen Kalender war mussten wir sie erst recht zufrieden stellen.
Nachdem alles aufgebaut war und die letzten Kackerlacken mit Wasser weggespült waren verteilte Henry an uns alle Raucherstäbchen. Nachdem wir alle unsere Wünsche (Frieden, Gesundheit, Wohlstand...) ausgesprochen hatten und uns dreimal verbeugt hatten wurde in alle Lebensmittel ein Stäbchen gesteckt.
Nun hieß es warten bis die Stäbchen abgebrannt waren. Als das geschehen war nahmen Henry und Rachel Goldpapier und fake Dollar und schmissen diese in einen Bottich der brannte. Erst war ich wirklich entsetzt, weil mir nicht bewusst war, dass es sich um falsches Geld handelt aber Rachel hatte meine falsche Vermutung schon an meinem Gesichtsausdruck erkannt und klärte mich auf.

Irgendwann war dann alles ausgebrannt und es wurde sich daran gemacht die Lebensmittel auf zu essen. Na hoffentlich haben die Geister genug vom Essen abbekommen und sind jetzt gut gestimmt!

Als die Zeremonie beendet war habe ich 2 Stunden mit Rachel Playstation und Wii gespielt. Da ich so was Zuhause ja nicht habe war ich echt erstaunt, was man mit den Dingern alles anstellen kann!

Abends machte ich dann mit Tina Abendessen. Maria Zuhause aufgepasst hier das Rezept:
In einer Pfanne werden kleine Shrimps mit Knoblauchzehen in Öl angebraten. Dazu wird dann Salat (ich glaube Eisberg, kann das sein?) getan und gut vermischt. Mit Salz gewürzt und anschließend mit Reis serviert. Die Zubereitung ist super einfach, selbst eine ungeübte Köchin wie ich konnte diese bewältigen. Dazu kann man wahlweise noch Baumbusstäbe, falls es so was in
Deutschland gibt, essen. Ist wirklich 很 好 (hen hao= sehr gut)!

Mit vollem Magen wurde dann zum zwei Minuten entfernt gelegenen Schwimmbad gefahren. Dort hätte ich dann erstmal gar nicht rein gedurft denn in Taiwan muss man eine Schwimmmütze tragen. Zum Glück konnte Tina mir dann eine leihen.
Im Schwimmbad selber waren sie dann total von meinen Schwimmkünsten begeistert. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Alles was ich mache sie begeistert. Auf jeden Fall haben die Taiwanesen einen ganz anderen Schwimmstil als wir. Die Kraulen nur und können gar nicht normal schwimmen. Handstand haben die im Wasser auch noch nie gesehen gehabt, waren sie dann auch total erstaunt! :)

Der Tag wurde dann abgerundet durch ein chinesisch Lernprogramm. Dabei wurden mir Sätze wie:
我 也 包了- Ich bin fertig mit Essen, oder你 是 要 绑满 吗?- Kann ich dir helfen? Beigebracht.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie bereichernd mein Leben hier ist, freue mich aber immer über Neuigkeiten von zu Hause!

Montag, 23. August 2010

Tag zwei

Heute morgen wurde ich schon um 6 Uhr geweckt, was mir aber nicht bewusst war denn meiner Meinung nach war es acht Uhr. Die Uhr in meinem Zimmer funktioniert leider nicht richtig oder ich bin zu doof sie zu lesen.
Nachdem ich mich soweit mit ner kalten Dusche abgekühlt hatte, ging ich runter. Dort wartete meine Gastmutter Tina auch schon mit einem Reisbrei. Ehrlich gesagt hatte ich mir darüber in Deutschland schon Gedanken gemacht und war der festen Überzeugung das sowas zum Frühstück gar nicht ginge. Aber ehrlich gesagt war der Reisbrei mit allerlei Gemüse drin dann wirklich lecker und vorallem sättigend.
Sowieso ist das Essen hier total sättigend oder es liegt an den heißen Temperaturen, dass ich nie Hunger habe.
Nachdem wir unser Frühstück dann beendet hatten fur Tina mit Rachel und mir los um mein Alien Resident Visum zu beantragen. Das muss man innerhalb der ersten fünfzehn Tage in Taiwan bestätigen lassen.
In der Behörde angekommen war ich erstmal sehr von der Taiwanesischen Bürokratie überrascht. Sie hatten nicht wie wir einzelne Stände sondern rießen Reihen von Tischen. Überhaupt war der Raum selber total überfüllt aber trotzdem konnte man es gut darin aushalten. Ich weiß nicht wie sie es machen aber irgendwie bekommen sie auch ohne strikte Regeln und Verhaltensmuster Ordnung in das Ganze!

Bei unserer Bearbeitungsperson angekommen wurde dann erstmal festgestellt, dass ich andere Passbilder brauchte, denn meine Deutschen waren ihnen nicht recht. Also wurde zum nächsten Fotografen gelaufen.
Fotobegeistert wie ich bin war ich echt enttäuscht von dem Fotostudio. Es war alles zusammen gewürfelt und hatte so gar nichts professionelles. So sieht das bei mir Zuhause aus wenn ich Fotos von Freunden mache. Aber ich bin Hobbyfotografin und bekomme dafür kein Geld.
Nunja ein Passbild haben wir zum Glück bekommen und auf zurück ging es in die Behörde.
Ich wurde also offiziell zum Alien! :D

Zu Mittag gingen wir dann an einen Stand wo es komische Fischsachen gab. Ich habe tapfer alles probiert und sie waren auch ganz gut. Dann gab es noch so komisches Eis. Das waren Eiswürfel kleingemacht und dann Früchte dazu. Das war sau lecker!

Dann ging es erstmal Nachhause wo ich schlafen musste. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie anstrengend es ist den ganzen Tag nur Chinesisch zu hören und außerdem leide ich noch an der Zeitverschiebung. Um 15 Uhr fuhren wir dann in einen RIEßEN Supermarkt. Supermarkt ist aber nicht wie bei uns nur zum Einkaufen von Essen und kleineren Gebrauchsgegenständen, nein hier kann man Alles und ich meine auch wirklich ALLES im Supermarkt kaufen!
Danach gingen wir zum Japaner Souzhi essen. Das war wirklich sehr lecker aber ich bin bald verzweifelt denn sie luden mir immer mehr Essen auf und ich war eigentlich schon längst voll. Henry (Gastpapa) war dann auch wieder kurz davor mich zu fütttern (natürlich nur im übertragenen Sinne), weil er meine ungeschicktheit mit den Stäbchen nicht mit ansehen konnte. Es ist wirklich rührend wie besorgt sie um mich sind!
Dann ging es mit dem Mercedes wieder Nachhause. Auf dem Weg sahen wir eine rote Wolke und Tina (Gastmutter) klärte mich darüber auf, dass eine solche rote Wolke einen Taifun ankündigen könnte. Bis jetzt toi toi toi ist zum Glück noch keiner gekommen ;)

Zuhause wollten wir eigentlich schwimmen gehen in einer Anlage im benachbarten Wohnblock aber da ja Montag war, ging das leider nicht. Anstattdessen fuhren wir dann um 8 Uhr bei immernopch 32 Crad und einer Luftfeuchtigkeit von 93% eine halbe Stunde den Wugu- Berg (der Berg in meinem Stadtviertel) hoch. Der Film den ihr unten sehen könnten ist da oben entstanden, also könnt ihr euch sicher vorstellen wie steil der Berg war und wie nass wir nach dem Anstieg waren!

Anschließend wurde dann noch fleißig Chinesisch gerlernt, da meine Gastmama zum Spaß gesagt hatte sie wollte mich am nächsten Tag testen. Sie sagt dauernd solche Sachen zum Spaß nur leider verstehe ich sowohl noch nicht so viel Chinesisch als auch ihren Humor noch nicht so ganz und nehme das IMMER Ernst. :P

Naja das wird noch werden!!
Hier meine Gastfamilie: links Henry (Gastpapa),daneben Tina (Gastmama, dann Spencer (dritter Gastpapa)und dann noch Rachel (Gastschwester)